"Die Progressionsverläufe sind sehr individuell, und es fällt aktuell schwer, Patienten mit rasch progredienter Nierenerkrankung sicher zu identifizieren. Hilfreiche Tools sind die Albuminurie als klassischer Progressionsmarker und die Bildung von Scores wie dem KDIGO (´Kidney Disease: Improving Global Outcomes´) oder KFRE- (´Kidney Failure Risk Equation´) Score. Diese Scores haben jedoch ihre Schwäche in der Detektion des individuellen Progressionsrisikos des Patienten. Mit DKK3 steht jetzt ein interessanter Marker zur Verfügung, der die Abschätzung des individuellen Progressionsrisikos deutlich verbessern kann.
Neben den traditionellen therapeutischen Strategien zur Prävention der Progression wie der Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems und der strikten Einstellung kardiovaskulärer Risikofaktoren konnte in den letzten Jahren das Spektrum nephroprotektiver Medikamente vor allem in Verbindung mit Diabetes mellitus Typ 2 erweitert werden. Insbesondere SGLT-2-Inhibitoren, GLP-1-Rezeptorantagonisten und der nicht steroidale Mineralokortikoidrezeptorantagonist Finerenon zeigen vielversprechende Ergebnisse in Hinblick auf die Verlangsamung des Fortschreitens der Chronischen Nierenerkrankung.
Dies führt dazu, dass wir unseren nephrologischen Patienten immer individuellere Therapiestrategien anbieten können," berichten Dr. Dominique Torozan und Kollegen.