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    NEWS-Archiv - zum weiterlesen

    Psychologische Schmerztherapie: wie Patienten die Opferrolle vermeiden

    Auch wenn eine Psychotherapie einen chronischen Schmerz kaum beseitigen kann, ist sie wertvoll: Sie kann Betroffenen dabei helfen, nicht gegen, sondern mit dem Schmerz zu leben. Ursula Frede ist chronische Schmerzpatientin und gleichzeitig psychologische Schmerztherapeutin. In ihrem Reader "Herausforderung Schmerz" berichtet sie aus eigener Erfahrung und wissenschaftlich fundiert, wie eine hilfreiche Therapie gelingen kann.

    Wesentlich ist: Um Selbstwert- und Kompetenzerleben des Patienten dauerhaft zu stärken, kommt es nicht nur auf rationale Einsichten an. Entscheidend ist vielmehr die wiederholte und direkte Erfahrung. Eine Herausforderung für den Therapeuten besteht darin, gute Voraussetzungen für solche Erfahrungen zu schaffen, die Therapiesituation auch unter schwierigen Bedingungen so zu gestalten, dass Fähigkeiten und Stärken des Patienten unmittelbar zum Tragen kommen können - beispielsweise dadurch, dass er die bisherige Auseinandersetzung des Betroffenen mit seinem Schmerz anerkennt, ihn in Überlegungen zum Therapieverlauf einbezieht, Vorbehalte und Einwände nicht voreilig als Widerstand abwehrt, sondern ernst nimmt.

     

    Der Therapeut darf sich nicht entmutigen lassen. Einer Veränderung psychischer Prozesse liegt eine Veränderung neuronaler Vorgänge zugrunde. Diese Veränderungen brauchen Zeit. Das Wissen um diese Mechanismen bewahrt den Therapeuten vor Ungeduld, Enttäuschungen - sowie davor, die willentlichen Einflussmöglichkeiten des Patienten zu überschätzen. Auch hält es ihn davon ab, sich Behandlungsprogrammen zuzuwenden, die die Verantwortung allzu sehr auf den Betroffenen übertragen - auf seinen Willen und seine Einsatzbereitschaft. Der Wille des Patienten ist wesentliche Voraussetzung jeder Therapie, nicht aber allein entscheidend für den Erfolg."

     

    Ihre persönliche Erfahrung und das Therapieziel fasst Ursula Frede zusammen: "Jeder Mensch muss für sich einen Weg finden, mit dem Schmerz zu leben. Nicht, mit ihm fertig zu werden, nicht, ihn zu bewältigen, sondern  m i t  ihm zu leben. Mir persönlich ist insbesondere eines wichtig: mich nicht als Opfer des Schmerzes zu sehen, ihn weder als Feind, noch als Freund zu betrachten, sondern mit Gleichmut. Etwa so, wie ich das näher rückende Alter betrachte ..."

     

    Literatur zumThema

     

    Ursula Frede: Herausforderung Schmerz.
    Psychologische Begleitung von Schmerzpatienten.

    Pabst, 376 Seiten. Paperback ISBN 978-3-89967-378-4

     

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