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    Nieren- und Hochdruckkrankheiten: Rehabilitation für ältere Dialysepatienten vor der Transplantation

    Medizin

    Dialysepatienten warten oft fünf oder mehr Jahre auf eine Nierentransplantation. V.a. bei Senioren verschlechtert sich in dieser Zeit der körperliche und psychische Zustand oft erheblich; damit wird auch der Erfolg der Transplantation fraglich. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wurde an der Fachklinik Bad Heilbrunn das nephrologische Rehaprogramm "Fit für die Nierentransplantation" etabliert. Dr. Doris Gerbig und Kollegen berichten über das interdisziplinäre Projekt in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nieren- und Hochdruckkrankheiten".

    Gegenwärtig werden in Deutschland etwa 86.000 Patienten dialysiert - etwa 22% im Alter zwischen 65 und 74 Jahren und ca. 41% über 74 Jahren. Die Niereninsuffizienz und ihre Begleiterkrankung beschleunigen den normalen Altersabbau. Die Gebrechlichkeit ("Frailty") wird deutlich messsbar, wenn die Ausdauer immer geringer wird, die Muskelkraft schwindet, Koordination und Sensibilität gestört werden und verschiedenste Verspannungen eintreten. Diese Entwicklung soll das Rehaprogramm entscheidend verzögern:

    Die umfassende medizinische Diagnostik analysiert zunächst die verschiedensten physiologischen Risikofaktoren, um daraus Folgerungen zu ziehen - z.B. für Blutdruck, Unter- oder Übergewicht, Volumenmanagement, Bewegungsmangel usw..

    Die psychologische Betreuung sieht Einzel-, Partner- und Gruppengespräche vor, um den Patienten dabei zu unterstützen, die Zeit auf der Warteliste auch psychisch stabil zu überstehen und auf die Transplantation gut vorbereitet zu sein. "Es kann sein, dass im Rahmen der psychologischen Gespräche auch Aspekt erkennbar werden, die im Alltag nicht auffällig in Erscheinung treten, aber die Transplantabilität einschränken, wie beispielsweise eine beginnende Demenz, Depression, Angsterkrankung oder eine Adhärenzproblematik." Möglicherweise muss daraufhin die Listung zur Nierentransplantation neu evaluiert werden.

    Die Physio- und Sporttherapie hat einen zentralen Stellenwert. Körperliche Aktivität senkt das Herz-Kreislauf-Risiko, stärkt die Pumpfunktion des Herzens, verbessert die Dialyseeffektivität, verlangsamt den Muskelabbau, reduziert das Depressionsrisiko und verbessert insgesamt die Lebensqualität. Patienten trainieren täglich während der Reha und werden motiviert, die Übungen auch künftig beizubehalten.

    Das Programm der Patientenschulungen ist umfangreich: Betroffene gewinnen Einblicke in medizinische Hintergründe und Prozeduren, erarbeiten sich also bis zum gewissen Grad eigene Kompetenz. Optimale Ernährung und rationelles Trinkverhalten werden intensiv diskutiert. Die Sozialberatung orientiert sich meist an den äußerst unterschiedlichen Fragestellungen - auch in sozialrechtlichen Bereichen.

     

    Doris Gerbig et al.: Nephrologische Rehabilitation älterer Patienten auf der Warteliste zur Nierentransplantation. In: Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrg. 48, 7/2019, S. 353-360

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    Friedrich Balck, Fritz A. Muthny (Hrsg.): Psychonephrologie. Pabst, 244 Seiten. Hardcover ISBN 978-3-95853-097-3. eBook ISBN 978-3-95853-098-0   

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