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    MHH-Kardiologen: Defekte Herzklappe mit neuem TAVI-System ersetzt

    Die Verengung der Aortenklappe, die sogenannte Aortenklappenstenose, ist der häufigste Herzklappenfehler im hohen Lebensalter. Die Klappensegel der Aortenklappe sind verdickt und können sich nur schwer öffnen und schließen. Ein Herzklappenersatz ist die einzige Therapiemöglichkeit bei Aortenklappenstenose. Für viele Patienten ist heutzutage ein katheterbasierter Ersatz der Aortenklappe, kurz TAVI (Transcatheter Aortic Valve Implantation), eine sichere und schonende Möglichkeit, die erkrankte Herzklappe in der Regel ohne Vollnarkose am schlagenden Herzen zu ersetzen.

    Das neue TAVI-System (Evolut™ PRO+), das in Norddeutschland erstmals am 1. Juni vom Herz-Team um den Spezialisten Professor Dr. Julian Widder der Klinik für Kardiologie und Angiologie implantiert wurde, bietet mit seinem besonderen Design Vorteile: Die neuen Klappensegel der Prothese liegen oberhalb des natürlichen Aortenklappenrings. Dadurch wird eine weitere Klappenöffnung als mit anderen Klappentypen erreicht. „Je größer die Klappenöffnungsfläche, desto leichter ist es für den Herzmuskel Blut in den Körper zu pumpen“, erklärt Professor Dr. Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie, den Effekt. Am 1. Juni erhielt eine 91-jährige Patientin aus dem Ostseebad Boltenhagen in einem 45-minutigen Eingriff das neue System. „Bereits in wenigen Tagen wird sie die Klinik verlassen können“, ergänzt der Kardiologe.

     

    Die Größe der Zugangsgefäße der Patienten wiederum ist entscheidend, ob das Verfahren über die Leiste angewendet werden kann. „Bei etwa zehn Prozent unserer Patientinnen oder Patienten beträgt der Gefäßdurchmesser gerade einmal 5 bis 5,5 Millimeter. Für diese Patienten brauchen wir möglichst schmale Systeme, damit die neue Herzklappe sicher zum Herzen vorgebracht werden kann“, erläutert Professor Widder. Das schlanke Einführungssystem des neuen TAVI-Systems sorgt für einen erleichterten Zugang auch bei Patienten mit kleinem Gefäßdurchmesser von nur 5 Millimetern.

     

    Die Klappensegel aus biologischem Material (Herzbeutel) sind in ein flexibles Gerüst aus einer speziellen Metallzusammensetzung (Nitinol) eingenäht. Die Prothese kann sich dadurch besonders gut an die jeweilige Klappe und Hauptschlagader anpassen. Ein zusätzlicher Überzug am Gerüst der Klappe sorgt zudem für eine bessere Abdichtung. „Damit haben wir mehr Möglichkeiten, die passende Klappenprothese für jeden unserer Patienten zu finden“, betont Professor Bauersachs.

     

    Weitere Informationen erhalten Sie bei Prof. Dr. Julian Widder, Telefon (0511) 532-3840, kardiologie@mh-hannover.de.

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