Icon Spezial- und allgemeine FachliteraturWissenschaftliche Spezialtitel & allgemeinverständliche Fachliteratur
Icon Versand Europa kostenlosKostenloser, europaweiter Versand
Icon sicher zahlenSichere Bezahlung via Paypal & Überweisung

    NEWS-Archiv - zum weiterlesen

    Kreuzschifffahrt: Business mit Alkohol, Gewalt, Spielkasinos, Drogen- und Medikamentenschmuggel

    Der Kreuzfahrt-Tourismus beginnt wieder: mit Unmengen Alkohol an Deck und einer Art Sklavenhaltung unter Deck. Auf hoher See herrschen raue "Gesetze". "Die Aufklärungsquote bei Mann-über-Bord-Fällen ist desillusionierend. Fast immer bleiben die mysteriösen Vorfälle im Dunkeln." Insider dokumentieren das Szenario in dem Reader "Alkohol, Drogen, Verkehrseignung - Kreuzschiffahrt".

    Auf vielen Schiffen nutzen Passagiere das Alkohol-Flatrate-Angebot "All you can drink" - u.U. fast täglich bis zum Umfallen. Kapitän Wolfgang Gregor berichtet: "Die Getränke werden billigst unversteuert eingekauft und teuer unversteuert verkauft - selbst in deutschen Hoheitsgewässern". Eine Flasche Jägermeister etwa kostet die Reederei weniger als fünf Euro, den Kunden jedoch fast 80.- Euro.

    Eine FBI-Studie belegte einen hohen Alkohol- oder Drogeneinfluss bei zwei Drittel der schweren körperlichen Übergriffe und bei einem Drittel der Sexualverbrechen auf Kreuzfahrtschiffen; etwa die Hälfte der über Bord gegangenen Passagiere war betrunken. Fachleute gehen allerdings auch von einer hohen Suizid-Rate aus.

    Ein Suchtverhalten wird an Bord systematisch genutzt. Gregor: "Alle Kreuzfahrtschiffe haben Spielkasinos, und die Passagiere werden dort gezielt ans Spielen geführt. Hemmungslos wird geworben: Zocken ist in. Bei Aida steht Poker bereits im Kids Club - für 12 bis 17jährige - auf dem Programm."

    "In nahezu allen Häfen Lateinamerikas, aber auch im Mittelmeer und Asien sind Kreuzfahrtschiffe zu einem wichtigen Transportmittel für den organisierten Drogen- und Medikamentenschmuggel geworden." Passagiere sind ebenso wie Besatzungsmitglieder beteiligt. Für Beschäftigte gilt in der Regel ein Alkohol- und Drogenverbot; dennoch finden viele nur im Substanzkonsum einen Ausweg aus dem Stress.

    Markus Wichmann, Leiter der Seemannsmission in Hamburg, sieht regelmäßig die in Entwicklungsländern angeheuerten, rechtlosen und für Passagiere meist unsichtbaren Crewmitglieder: "Der Seemann fährt neun Monate zur See. Arbeitet jeden Tag, zehn Stunden minimum. Er hat keine Privatsphäre. Auf einem Kreuzfahrtschiff teilt man sich die Kabine mit mindestens einem weiteren, auf älteren Schiffen auch mit drei oder vier Kollegen." Entfremdung von der Familie, die von seiner Heuer lebt. Der Lohn liegt oft unter zwei Euro pro Stunde. Das Maximum von 1000 Euro monatlich ist fast nicht - allenfalls mit illegalen Nebentätigkeiten - erreichbar. "Wenn zu Saisonbeginn neue Crewmitglieder an Bord gehen, können wir ihnen im Lauf der nächsten neun Monate beim Älterwerden zusehen," berichtet der Seemannsmissionar.  

    Literatur zu Thema

    Paul Brieler, Andreas Büttner, Klaus Püschel (Hrsg.) Alkohol, Drogen, Verkehrseignung - Kreuzschiffahrt
    Pabst, 140 S. Paperback ISBN 978-3-95853-539-8. eBook ISBN 978-3-95853-540-4

    Weitere Informationen

    Icon Spezial- und allgemeine FachliteraturWissenschaftliche Spezialtitel & allgemeinverständliche Fachliteratur
    Icon Versand Europa kostenlosKostenloser, europaweiter Versand
    Icon sicher zahlenSichere Bezahlung via Paypal & Überweisung