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    Kardiotechnik: eine hindernisreiche Erfolgsgeschichte der Herzchirurgie

    Die Kardiotechniker sind jene hochspezialisierten Fachkräfte in der Klinik, die das machtvolle, vielseitig einsetzbare Instrument der Herz-Lungen-Maschine meistern. Obgleich sie aus der Herzchirurgie und einigen anderen Feldern der modernen Medizin nicht mehr weg zu denken sind, werden sie nicht richtig wahrgenommen. Symptomatisch ist ihre fast schon regelmäßige Verwechslung mit den Kardiologen. Der Beruf des Kardiotechnikers entstand in den Universitätskliniken der Bundesrepublik Deutschland an der Wende von den 1950ern zu den 1960er Jahren. Lange Zeit wurden die Kardiotechniker - die diesen ihren Namen erst finden mussten - als bloße Hilfskräfte gering geschätzt oder gar ganz ignoriert. Denn sie waren keine Akademiker. Die meisten von ihnen kamen ursprünglich aus der Krankenpflege. So erachteten sie es als notwendig, sich zu organisieren und 1971 den Verband der Kardiotechniker Deutschlands (VdKD) zu gründen, die heutige Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik (DGfK).

     

    Ganz konkret ging es den Kardiotechnikern um eine angemessene Bezahlung, um eine bessere tarifliche Eingruppierung. Untrennbar damit verbunden war ihr allgemeiner Kampf um Anerkennung. Zuvörderst darum, als Teil des „herzchirurgischen Dreiecks“ betrachtet und geachtet zu werden, das der Kardiotechniker mit dem Kardiochirurgen und dem Kardioanästhesisten bildet. Von Anfang an maßgeblich war für die Kardiotechniker ihr Verhältnis zu den Herzchirurgen und ihrer Organisation, der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG). Es war geprägt durch eine vertrauensvolle Kooperation, die freilich nicht frei von Spannungen war.


    Der Berliner Autor Francesco Mammone hat im 50. Jahr des Bestehens der DGfK ihre Geschichte vorgelegt. Er erzählt, wie sich die Kardiotechniker zusammenfanden, wie sie ihre Verbandsarbeit aufzogen, mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen und welche Hindernisse sie zu überwinden hatten. Von ihren mühevollen Verhandlungen mit Ministerien, Gewerkschaften und Verbänden. Von den abzuwehrenden Versuchen, sie tariflich herab zu gruppieren. Er spart auch die internen Probleme und Konflikte, die eine Mitgliederorganisation zu bewältigen hat, nicht aus. Mammone stellt überdies einige ihrer prägenden Persönlichkeiten vor, so z.B. Josef Güttler, den „Vater der Kardiotechnik in Deutschland“. Er thematisiert auch die Frage nach den Frauen in der Kardiotechnik. Er beschreibt die oftmals frustrierenden Anstrengungen der Kardiotechniker, dass ihr Beruf durch die Arbeitgeber, den Gesetzgeber und auch die Öffentlichkeit endlich anerkannt werde. Als wesentlich erwies sich ihre Arbeit an der ständig erweiterten Definition ihrer Tätigkeit. Schließlich wurde der Entwurf eines angemessenen Ausbildungswegs und seine institutionelle Etablierung immer wichtiger, der nunmehr in die Akademisierung des Berufs des Kardiotechnikers mündet.


    Für sein Buch hat Francesco Mammone ein Jahr lang geforscht. Er recherchierte in den Archiven der DGfK und der DGTHG. Darüber hinaus hat er private Dokumentensammlungen und Nachlässe aufgetan und erkundet. Nicht zuletzt machte er zahlreiche Zeitzeugen ausfindig und sprach mit ihnen. An vielen Stellen seines Buchs lässt er sie zu Wort kommen und die Aussagen der Akten ergänzen. So entstand ein vielstimmiges, lebendiges Bild der Geschichte eines Berufsverbands. Es vermittelt Interessantes zum Thema bestehender Hierarchien im Krankenhaus und dem Streben nach Gleichberechtigung in der Klinikarbeit.

    Francesco Mammone: 
    Die Geschichte der deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik

    Pabst, 2021, 138 Seiten, Print: ISBN 978-3-95853-731-6,
                                         PDF ISBN, 978-3-95853-732-3


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