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    In Trance: Wach-OP bei Hirntumor

    Neurochirurgen führen erstmals am Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt Wach-Tumor-OP unter hypnotischer Begleitung ohne Narkose durch.

    Beim Stichwort Hypnose denken viele zuerst an spektakuläre Bühnenshows. Doch medizinische Hypnose zählt zu den ältesten Heilverfahren, ist wissenschaftlich anerkannt und wird bei verschiedenen Operationen erfolgreich angewendet.

    PD Dr. Albrecht Waschke, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie, führte den eigentlichen Eingriff durch. Der erfahrene Neurochirurg Dr. Rupert Reichart, Oberarzt und Leitender Arzt für Schmerztherapie, versetzte den Patienten in Trance. Der Patient war während des vierstündigen Eingriffs immer ansprechbar. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/109212 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Veröffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis.

    Die Ärzte der Klinik für Neurochirurgie am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt haben nun erstmals unter hypnotischer Begleitung bei einem Patienten einen Hirntumor entfernt. Der Tumor des 54-jährigen Mannes befand sich unmittelbar in der Nähe des Sprachzentrums. Um den Verlauf der Operation exakt zu kontrollieren und möglichen Risiken für den Patienten vorzubeugen, entschieden sich die Experten für diese Methode. PD Dr. Albrecht Waschke, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie, führte den
    eigentlichen Eingriff durch. Der erfahrene Neurochirurg Dr. Rupert Reichart, Oberarzt und Leitender Arzt für Schmerztherapie, versetzte den Patienten in Trance. "Dem Patienten geht es sehr gut, und er konnte bereits wenige Tage nach der Operation nach Hause entlassen werden. Der Tumor wurde entfernt und die Sprachfähigkeit komplett erhalten. Kurzum: Ein voller Erfolg", sagt Dr. Waschke.

    Neurologische Ausfälle verhindern

    Die Erhaltung der Hirnfunktion hat oberste Priorität bei allen Operationen. Hier ist absolute Präzision gefragt. Eine virtuelle Operationsplanung erlaubt beispielsweise, viele OP-Schritte bereits vorab zu planen und durchzuspielen. Dank der "Mapping"-Technik können
    vor dem Eingriff Bereiche des Hirns, vergleichbar mit einer Landkarte, genau lokalisiert werden, beispielsweise das sensible Sprachzentrum.

    Der Patient wurde intensiv auf den Eingriff vorbereitet. Von der OP selbst hat er nichts mitbekommen und war schmerzfrei, ohne Narkose. Lediglich seine Kopfhaut wurde in örtlicher Betäubung berührungsunempfindlich gemacht. Dennoch stand zur Sicherheit ein erfahrenes Anästhesieteam den Neurochirurgen zur Seite.

    Der Patient war während des vierstündigen Eingriffs immer ansprechbar. An seiner Seite saß Dr. Reichart, der mit ihm leise sprach und ihn während der gesamten Operation in Hypnose hielt. Ein Logopäde unterhielt sich mit dem Patienten, zeigte ihm über ein Tablet verschiedene Abbildungen und fragte nach den dargestellten Gegenständen, Farben, Empfindungen oder Gefühlen. Chefarzt Dr. Waschke hatte so eine genaue Kontrolle und hätte jederzeit bei einer Verschlechterung der Sprechfähigkeit reagieren
    können. "Während der Operation besteht die Gefahr, dass mit dem Tumorgewebe möglicherweise auch gesundes Gewebe entfernt wird und es zu neurologischen Ausfällen kommt. Um dies zu verhindern, wurde das Hirngewebe, das den Tumor umgibt, elektrisch stimuliert und wir konnten so exakt in diesem hochsensiblen Bereich des Sprachzentrums zwischen gesundem und Tumorgewebe differenzieren."

    Veränderter Bewusstseinszustand

    Die positive Wirkung von Hypnose ist belegt, Schmerzreize können unterdrückt bzw. nicht wahrgenommen werden. "Eine Hypnose eignet sich
    prinzipiell für jeden Patienten. Das Versetzen in Trance bedeutet dabei eine Veränderung des Bewusstseinszustands. Dafür ist Vertrauen in den Arzt und eine intensive und transparente Vorbereitung notwendig", erklärt Dr. Reichart. Er ist einer der wenigen neurochirurgischen Ärzte in Deutschland mit dieser Zusatzqualifikation. Im Rahmen seiner Arbeit in der Schmerztherapie ist er auf die medizinische Hypnose aufmerksam geworden und hat die dafür erforderliche Expertise unter anderem an der Medizinischen Universität in Wien erworben. Die Einsatzmöglichkeiten sind für ihn vielfältig. "Die Voraussetzung für den Einsatz sollte aber immer ein medizinischer Grund sein", ergänzt Dr. Reichart.

    http://www.campus-nes.de

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