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    NEWS-Archiv - zum weiterlesen

    Akutes Nierenversagen bei Kindern: Etwa zwei Drittel der Patienten überleben die Intensivtherapie

    In der pädiatrischen Intensivmedizin erleiden etwa fünf bis zehn Prozent der Kinder ein akutes Nierenversagen. Bei Patienten im ersten Lebensjahr oder nach Operation einer angeborenen Herzerkrankung ist primär die Peritonealdialyse indiziert. Darüber hinaus sind bisher noch keine pauschalen Vor- oder Nachteile zwischen den einzelnen Nierenersatzverfahren gesichert. Dr. Christine Schumacher und Kollegen (Universitätsklinik Köln) bieten im Jahrbuch Intensivmedizin 2020 einen Überblick über die einzelnen Optionen.

     

    Der Ausfall der physiologischen Funktionen der Niere bedingt eine metabolische Entgleisung und eine Störung des Flüssigkeitshaushalts. Die Indikationen einer Nierenersatztherapie:

    - nicht-obstruktive Oligurie, v.a. bei schwerer Volumenüberladung mit ausgeprägten Ödemen, die nicht auf Diuretika ansprechen

    - nicht-obstruktive Anurie

    - therapierefraktäre metabolische Azidose

    - Harnstoff >200 mg/dl (relative Indikation), v.a. bei Hinweisen auf urämische Komplikationen (Enzephalopathie, Myopathie, Neuropathie, Perikarditis, Koagulopathie)

    - Hyperkaliämie oder schnell ansteigender Kaliumwert

    - progrediente, therapierefraktäre Hypo- bzw. Hypernatriämie

    - Intoxikation mit dialysierbaren Substanzen (z.B. Lithium)

    Die Autoren sehen das primär renale akute Nierenversagen im Alter unter 15 Jahren eher selten. Häufigste Ursache ist das hämolytisch-urämische Syndrom. "In der Mehrzahl kommt es sekundär als Komplikation einer Grunderkrankung zu einem akuten Nierenversagen. So tritt es als Folge einer Dehydratation, eines Schocks, einer Asphyxie, aber auch nach einer herzchirurgischen Operation, nach einer Knochenmarktransplantation und im Rahmen eines Multiorganversagens auf ..."

    Ebenso wie die Peritonealdialyse bieten die unterschiedlichen kontinuierlichen und intermittierenden Nierenersatzverfahren unterschiedlichste Vor- und Nachteile. Christine Schumacher und Kollegen kennzeichnen die entscheidungsrelevanten Details in ihrem Beitrag zum Jahrbuch Intensivmedizin 2020.

    Die intermittierende Hämodialyse wird v.a. bei kreislaufstabilen Kindern verwendet, z.B. zur schnellen Elimination bei einer Vergiftung mit dialysierbaren Substanzen oder bei einer akuten Volumenüberladung mit Lungenödem.

    Kontinuierliche Nierenersatzverfahren ermöglichen einen langsamen, gut steuerbaren Volumenentzug und bieten sich v.a. in der Therapie von hämodynamisch instabilen, Vasopressor-pflichtigen Kindern an.

    Die Statistiken zeigen für kein Verfahren generell bessere oder schlechtere Therapieergebnisse. 50 bis 70 Prozent der Kinder überleben die Nierenersatztherapie in der Intensivsation.

    Literatur zum Thema

    Bernd W. Böttiger, Werner Kuckelt (Hrsg.) Jahrbuch Intensivmedizin 2020.
    Pabst, 350 Seiten, Hardcover ISBN 978-3-95853-581-7, eBook ISBN 978-3-95853-582-4
     

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