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    NEWS-Archiv - zum weiterlesen

    Akute Nierenschädigung löst Ernährungsmangel aus: Empfehlungen zur Ernährungstherapie in der Intensivmedizin

    Niereninsuffizienz induziert über diverse metabolische Störungen eine folgenschwere Mangelernährung. Die Möglichkeiten einer spezifischen Ernährungstherapie werden in der Intensivmedizin jedoch häufig nicht genutzt. Die European Society for Clinical Nutrition and Metabolism legt dazu detaillierte Leitlinien vor. Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung veröffentlicht sie gemeinsam mit der Pflegezeitschrift PLEXUS in deutscher Übersetzung.

    Eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Nierenfunktion betrifft nicht nur Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Stoffwechsel, sondern induziert auch globale Veränderungen im inneren Milieu sowie spezifische Veränderungen im Protein-, Aminosäuren-, Kohlenhydrat- und Lipidstoffwechsel.  Zusätzlich übt das Nierenversagen eine proinflammatorische Wirkung aus und hat einen negativen Einfluss auf das antioxidative System.

    Der Proteinkatabolismus ist das metabolische Kennzeichen der Akuten Nierenschädigung. Der Metabolismus der verschiedenen Aminosäuren ist abnormal, mehrere nicht-essentielle Aminosäuren (z.B. Tyrosin) werden bedingt essentiell, und es gibt Veränderungen in den intra- und extrazellulären Aminosäurenpools sowie in der Verwertung von exogen verabreichten Aminosäuren.

    Es kommt zu einer Hypoglykämie, die sowohl durch eine periphere Insulinresistenz als auch durch die Aktivierung der hepatischen Glukoneogenese verursacht wird. Im Gegensatz zur Situation nierengesunder Patienten kann die erhöhte Glukosebildung nicht durch exogene Nährstoff-Zufuhr unterdrückt werden. Die Insulinresistenz, bezeichnet als Hyperglykämie trotz hoher Insulinkonzentrationen, kann bei kritisch kranken Patienten mit akuter Nierenschädigung schwere Komplikationen auslösen.

    Veränderungen im Lipidstoffwechsel liegen vor und sind durch eine Hypertriglyzeridämie aufgrund der Hemmung der Lipolyse gekennzeichnet; schließlich kann die exogene Fettpartikel-Clearance nach parenteraler oder enteraler Gabe von Lipiden reduziert sein.

    Weitere Merkmale sind die Induktion eines proinflammatorischen Zustands und eine beeinträchtigte Immunkompetenz. Die Plasmakonzentrationen von wasserlöslichen Vitaminen sind reduziert, und die Aktivierung von Vitamin D ist beeinträchtigt, was zu sekundärem Hyperparathyreoidismus beiträgt. Die Vitamine E und A sowie Selen sind niedrig, und es besteht eine tiefgreifende Unterdrückung des antioxydativen Systems.

    Eine vorbestehende chronische Niereninsuffizienz kann bereits verschiedene Ebenen metabolischer Störungen verursachen - einschließlich systemischem oxidativen Stress und niedriggradiger Inflammation. Diese akute Verschlechterung der Nierenfunktion bei chronisch Nierenkranken kann zu noch schwereren Stoffwechselveränderungen und daraus resultierenden Veränderungen der Skelettmuskulatur, des Fettgewebes und der Körperzusammensetzung führen ...

    Enrico Fiaccadori et.al.: Ernährung nephrologischer Patienten in der Intensivstation.

    Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung/PLEXUS Pflegejournal 3/4 2021, S. 78-104

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