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    Warum Pflegende in der Gesellschaft hoch angesehen sind, sich in der Klinik jedoch unterschätzt fühlen

    Die Umfragen von Allensbach und anderen Instituten belegen: Ärzte/Ärztinnen genießen in der Bevölkerung das höchste Ansehen - und Pflegende rangieren bereits auf dem zweiten Platz, vor allen anderen Professionen. Dennoch herrscht in der Pflege der Eindruck, ihre spezifische Kompetenz werde von anderen Berufsgruppen innerhalb der Krankenhäuser nicht wirklich anerkannt. Der Arbeitsalltag ist sowohl von Wertschätzungs- als auch Entwertungserlebnissen geprägt. Dr. Barbara Hinding und Prof. Dr. Michael Kastner diagnostizieren den Widerspruch aus psychologischer Sicht.

    Häufig herrscht die irrige Vorstellung der Pflege als einer Art ´Jedermann-Tätigkeit´, für die keine besonderen Kompetenzen nötig sind. Nicht nur PatientInnen und ihre Angehörigen äußern sich gelegentlich entsprechend. Deutlich wird daran, dass das, was die pflegerische Kompetenz ausmacht, oft weitgehend unklar ist - häufig auch bei Pflegenden selbst. Dadurch wird vieles, was Pflegende leisten, gar nicht wahrgenommen, bleibt unsichtbar, sodass es für objektive Qualitätsmaßstäbe und damit für die Bewertung von Leistung unzugänglich bleibt.

    Entsprechend schwierig ist dann auch die Rückkopplung, d.h. die Anerkennung von Erfolgen und der Umgang mit Misserfolgen. Wertschätzung wird ausgedrückt, wenn deutlich gemacht wird, was gut läuft. Die Qualitätskriterien dafür sollten eindeutig sein und auch jene Bereiche umfassen, die weniger gut sichtbar sind und nicht ökonomisch honoriert werden, wie etwa die interaktiven und emotionalen Aspekte der Pflegetätigkeit. Dies ist ebenso Teil der erwarteten Fairness wie die oft vermisste Gleichbehandlung der Pflege mit anderen Berufsgruppen und der Mangel an Partizipationsmöglichkeiten.

    Dieser empfundene Mangel an Wertschätzung der Pflege bestimmt in vielen Fällen auch die Beziehungen zwischen Stationsleitung und PflegerIn. Mangelnde Autonomie und fehlendes Vertrauen in berufliche Kompetenzen, die Betonung von Statusunterschieden, fehlende Unterstützung, Ungerechtigkeiten und als illegitim betrachtete Aufgaben werden als Mangel an Wertschätzung erlebt. Die Stationsleitungen sind dem alltäglichen Geschehen am nächsten und dadurch Experten für die Arbeitsabläufe und das soziale Klima im Team. Kulturveränderungen in Richtung mehr Wertschätzung können von dieser Schnittstelle ausgehen, empfehlen Hinding und Kastner.

     

    M. Kastner, M. Falkenstein, B. Hinding:
    Leistung, Gesundheit und Innovativität im demografischen Wandel
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    Pabst, 2014, 328 Seiten, Print: 978-3-89967-995-3, PDF: 978-3-89967-996-0

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