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    Brustkrebs vermeiden: Adipositas ist das gefährlichste Risiko

    Bei fast jeder Frau bilden sich im Lauf des Lebens bösartig entartete Zellen in der Brust. Dennoch kommt es nur bei wenigen zu einer Krebskrankheit. Sie entsteht lediglich, wenn "belastende Ursachen hinzukommen: ineffektive Immunabwehr, ungünstige Umwelt-, Ernährungs- und Lifestyle-Faktoren, einige Hormone und Medikamente, psycho-soziale und kulturelle Einflüsse." Professor Dr. Hermann Delbrück beschreibt in seinem Ratgeberband "Brustkrebs vermeiden", wie Frauen die belastenden Faktoren und damit das Erkrankungsrisiko minimieren können. Er setzt dabei auf Vorsorge und Früherkennung, warnt jedoch gut begründet vor "Leistungen", die nicht der Patientin, sondern nur dem medizinischen Geschäftsbetrieb dienen.

     

    Die Empfehlung einer mediterranen Ernährungsweise ist bereits auf den ersten Blick plausibel, da Krebs im Mittelmeerraum wesentlich seltener auftritt als im nördlichen Europa. Adipositas ist für Delbrück ein entscheidender Risikofaktor. Denn:

    - Fettgewebe produziert Adipokine und andere Faktoren, die das Zellwachstum anregen

    - Im Fettgewebe werden Östrogene gebildet, die nach den Wechseljahren das Krebswachstum fördern

    - Das Gewebe Übergewichtiger fördert die Invasion und Ausbreitung von Krebszellen

    - Fettdepots begünstigen eine Insulinresistenz, die kompensatorisch zur Bildung insulinähnlicher Wachstumsfaktoren beiträgt

    - Zwischen Insulin und dem Fettstoffwechsel bzw. dem Östrogen- und Insulinhaushalt bestehen Wechselwirkungen, die Krebsentwicklungen beeinflussen

    - Bewegungsarmut fördert das Krebswachstum

    - Übergewichtige haben häufig eine Fettleber, die Krebs begünstigt

    - Die mammographische Erkennung eines Tumors ist bei übergewichtigen Frauen erschwert - und daher häufig verspätet

    Als erfahrener Onkologe begründet Delbrück alle Informationen und Empfehlungen ebenso wissenschaftlich differenziert wie verständlich. Im Anhang bietet er ein Glossar, das die wichtigen Fachbegriffe erläutert. Nach der - vielleicht nur ausschnittweisen - Lektüre des Buchs haben Frauen viel über ihren Körper und ihre Gesundheit gelernt.
     

     

    Delbrück, Hermann (Hrsg.) Brustkrebs vermeiden

    Pabst, 2015, 256 Seiten

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