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    Wie Ärztinnen und Ärzte mit Kranken kommunizieren (können)

    Ärztinnen sprechen mit ihren PatientInnen meist anders als Ärzte: teilnahmsvoller, partnerschaftlicher und länger. Ärztinnen besprechen auch mehr psychosoziale persönliche Fragen und formulieren ihre Therapievorschläge eher als Anregung und Rat. Ärzte tendieren jedoch zur direktiven Anweisung. Das Lehrbuch "Kompetent kommunizieren in Klinik und Praxis" informiert wissenschaftlich fundiert, wie medizinisches Personal mit PatientInnen umgeht und wie sich die Beziehungen verbessern lassen - in beiderseitigem Interesse.

    Ärztinnen haben besonders dann zufriedene Patienten und Patientinnen, wenn sie entsprechend ihrem Geschlechtsstereotyp kommunizieren - also emotional und partnerschaftlich. Treten Ärztinnen kühl und dominant auf, sinkt die Patientenzufriedenheit deutlich. Verhält sich ein männlicher Arzt entsprechend diesem männlichen Stereotyp, wird er als typisch maskulin und daher einigermaßen akzeptabel wahrgenommen; dennoch, auch er kann seine Beziehung zu Patientinnen und Patienten durch ein empathisches, partnerschaftliches Verhalten verbessern.

    Generell unterbrechen Männer den Wortfluss von Gesprächspartnern häufiger als Frauen, sprechen deutlich mehr - und können damit Unzufriedenheit auslösen. Aber: Unterbricht eine Ärztin ihre Patientin häufiger, wertet letztere dies eher als aktive Zuwendung von Frau zu Frau. In den meisten Fällen sind Patientinnen mit Ärztinnen und Patienten mit Ärzten eher zufrieden. In Aussprache und Grammatik orientieren sich Ärztinnen meist an der Hochsprache; männliche Kollegen wählen häufiger umgangssprachliche Formen. Frauen nehmen mehr auf Gefühle Bezug, Männer mehr auf Beurteilungen ... 


    K. Rockenbauch, O. Decker, Y. Stöbel-Richter (Hrsg.) Kompetent kommunizieren in Klinik und Praxis
    Pabst, 282 Seiten, Paperback 978-3-89967-330-2
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