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    Tod ist kein Tabu: Wie ehrliche Aufklärung die Angst des Todkranken lindern kann

    Wie verhalten sich Schwerkranke, die möglicherweise bald sterben müssen? Wieviel wollen sie wissen? Wieviel Hoffnung bleibt ihnen? Wie oft denken sie an Suizid? Wie kann Psychotherapie helfen? Erfahrene, engagierte Psychoonkologen berichten in sehr persönlichen Beiträgen aus ihrer Arbeit im aktuellen Reader "Sterben und Tod zwischen Müssen und Wollen".

    Die ärztlichen Prognosen werden zunehmend realistischer - wenn auch mit einer leichten Tendenz zum Optimismus. Gegenüber Patienten und ihren Angehörigen wird diese Tendenz allerdings weiter verstärkt, d.h. Betroffene erfahren oft nicht den tödlichen Ernst der Lage. Dies führt dazu, dass weniger als die Hälfte der Krebspatienten zunächst erfahren, wenn sich ihre Behandlung in erster Linie auf Leidensminderung und nicht mehr auf Heilung konzentriert.

    Die Mehrheit der Patienten wünscht allerdings, dass derartige Entscheidungen zum Therapieziel möglichst frühzeitig besprochen werden; die Alternative: Etwa ein Drittel wünscht, in der Behandlung alles zu unternehmen, um möglichst viel Zeit zu gewinnen - auch auf Kosten der Qualität von Leben und Sterben. Demgegenüber möchte jedoch eine Mehrheit auf belastende therapeutische Prozeduren verzichten, auch wenn dies einen früheren Tod bedeutet. Auch die Mehrheit der Ärzte verfolgt diese Tendenz.

    Die Autoren berichten, wie sie mit Zerreißproben umzugehen versuchen, etwa: "Wenn Angehörige den Tod tabuisieren, bringt dies uns Behandler in ein Dilemma. Sollen wir das Spiel mitspielen - entgegen besseren Wissens, dass der Tod eintreten wird und dass mit dem Verdrängen auch wertvolle Zeit für eine Vorbereitung darauf verstreicht? Oder sollen wir in Richtung Wahrheit drängen - auch auf die Gefahr hin, dass seelische Verletzungen zugefügt werden und die Vertrauensbeziehung darunter zerbricht?

    Denn es ist erwiesen, dass das Angstniveau nach einem offenen Aufklärungsgespräch zwar zunächst zunehmen kann, aber dann allmählich auf ein niedrigeres Niveau sinkt als ohne Aufklärung." Ausführlich und detailliert beschreibt der Palliativ-Psychologe Jan Gramm, wie eine derartige Aufklärung konstruktiv gelingen kann.

    Die Konfrontation mit der Endlichkeit wirft Betroffene in das Spannungsfeld zwischen Hoffen und Bangen. Alle gewohnten Rollen werden infrage gestellt. Eine Patientin, von Krankheit und Therapie gezeichnet, fragt ihre Psychotherapeutin: Kann ich mich in diesem Zustand meiner Familie zumuten? Andere PatientInnen tragen sich mit Selbsttötungsphantasien - oder begehen Suizid. Leidet die Seele noch mehr als der Körper?

    Der Reader richtet sich an alle Berufsgruppen, deren Klienten an einer lebensbedrohlichen Krankheit leiden. 

     

    Literatur:

    T. Schopperth, Ch. Franzkoch, A. Werner, T. Vollmer (Hrsg.): Psychoonkologie - Sterben und Tod zwischen Müssen und Wollen. Pabst 2019, 144 Seiten. Paperback ISBN 978-3-95853-515-2. eBook ISBN 978-3-95853-516-9

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