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    Schlaganfall: Jeder zweite Patient erreicht die Klinik verspätet

    Medizin

    "Trotz des freien Zugangs zu allen medizinischen Leistungen ist die Versorgung des akuten Schlaganfalls in Deutschland noch immer unzureichend. Etwa die Hälfte der betroffenen Patienten erreicht die Stroke Unit zu spät für eine adäquate Therapie." Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Neurologen im Evangelischen Krankenhaus Unna und im St.-Marien-Hospital Lünen (Westfalen). Dr. Zaza Katsarava und Kollegen veröffentlichen ihre Daten in Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung 1/2019.

    Die Ärzte untersuchten 895 Patienten mit ischämischem Schlaganfall oder Transienter Ischämischer Attacke unmittelbar nach der Aufnahme und drei Monate später. Etwa 45% der Patienten hatten die Klinik spätestens innerhalb von vier Stunden nach dem Anfall erreicht, etwa 54% innerhalb von sechs Stunden. Unna und Lünen sind Teil einer relativ dicht besiedelten Stadtregion, die Wege sind relativ kurz. 
     
    Wer unmittelbar 112 wählte, hatte meist die kürzere Anfahrtszeit. Zwei Gruppen erreichten die Klinik relativ schnell: Patienten, die einen großen Teil der Schlaganfall-Symptome kennen, und Privatversicherte. 
     
    Etwa 12% der Patienten wurden lysiert, etwa 3% thrombektomiert. Bei Entlassung waren etwa 47% der Patienten aus der vier-Stunden-Gruppe symptomfrei; bei den anderen Kranken erreichten nur etwa 31% dieses Ziel. Drei Monate später waren die Unterschiede noch deutlicher ausgeprägt - erkennbar am Hilfebedarf im Alltagsleben und an den Leistungen der Pflegeversicherung. Damit sind auch die ökonomischen Konsequenzen erheblich.
     
    Die Autoren folgern aus ihren Beobachtungen, dass eine verstärkte öffentliche Aufklärungsarbeit zum Thema Schlaganfall sinnvoll ist, um ein früheres Eintreffen der Betroffenen in der Klinik zu forcieren.
     

    Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung 1/2019,
    H. S. Steinmetz, W. Pfeilschifter (Hrsg.): Abstracts der 36. Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin

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