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    Psychologische Versorgung in der Herzchirurgie verbessert die Lebensqualität und den Operationserfolg

    Eine psychologische Mitbehandlung herzchirurgischer Patienten verbessert nicht nur die Lebensqualität, sondern auch Therapieergebnisse und Überlebenschancen. Dennoch ist ein derartiges Angebot in Deutschland eher die Ausnahme als die Regel. Im Herz- und Diabetes Zentrum NRW in Bad Oeynhausen steht der psychologische Dienst den Patienten bereits vor der Operation zur Verfügung. Dr. Katharina Tigges-Limmer und KollegInnen berichten über seine Arbeit in der Fachzeitschrift "Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation".

    Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation 2020-3 (111)

    Psychosoziale Faktoren können zur Entstehung und zur Forcierung der Koronaren Herzkrankheit (KHK) wesentlich beitragen. "Veränderungen des endokrinen und inflammatorischen Systems als psychobiologischer Mechanismus sowie ungünstiges Gesundheitsverhalten (Ernährung, mangelnde körperliche Aktivität, Selbstschädigung durch Rauchen und Alkoholkonsum) gelten als gesicherte Risikofaktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Koronaren Herzkrankheit. Zu den psychischen Risikofaktoren gehören Depressionen, Angststörungen oder posttraumatische Belastungsstörungen."

    Nach Manifestation der KHK leiden 20 bis 50 Prozent der Patienten unter depressiven Störungen. Unmittelbar vor der Bypass-Operation steigt die psychische Belastung - unabhängig von eventuellen psychischen Erkrankungen - auf ein Maximum. Bereits daraus ergibt sich der kurz- und langfristige Wert einer bereits präoperativen psychologischen Hilfe - etwa wenn Patienten frühzeitig angeleitet werden, "sich bewusst Genesungsziele zu visualisieren, sich eine positive Zukunft nach der Operation vorzustellen, Beschwerden realistisch einzuschätzen und sich von unwahrscheinlichen Komplikationen abzugrenzen." PatientInnen mit Notoperationen benötigen eine besondere psychische Bewältigung und entsprechend ein spezifisches Angebot.

    Die PsychologInnen bauen mit den PatientInnen ein vertrauensvolles Arbeitsbündnis auf und nutzen je nach individuellem Bedarf ein reichhaltiges Repertoire aus allen drei großen Therapieschulen, um den individuellen Anforderungen gerecht zu werden:

    - Psychosomatische Grundversorgung

    - Multimodale, multiprofessionelle Interventionen inclusive Einzel- und Gruppentherapie

    - Entspannungsverfahren und Stressmanagement-Training

    - Bei psychischer Begleiterkrankung psychotherapeutische/psychopharmakologische Behandlung

    Die AutorInnen postulieren: "Die frühzeitige Diagnostik einer psychischen Komorbidität und psychotherapeutische Mitbehandlung während des akuten stationären Aufenthalts bei Herzoperationen sind dringend notwendig. Die psychologische Versorgung in der anschließenden Rehabilitationsbehandlung  kann nicht die akute Intervention ersetzen," sondern nur fortführen und ergänzen.

    K. Tigges-Limmer, T. Filiz, Y. Winkler, L. Arning, A. Grimshaw, J. Götte, J. Gummert
    Psychotherapeutische Versorgung in der akuten und der elektiven koronaren Bypasschirurgie.

    In: Praxis - Klinische Verhaltensmedizin & Rehabilitation 111

     

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