10. März 2010

Erstattung der Praxisgebühr als Bonusprogramm der Krankenkasse: Effizienz für Gesundheit und Kosten

Seit 2004 können gesetzliche Krankenkassen Bonusprogramme für Gesundheitsförderung und Prävention auflegen. Eine Arbeitsgruppe der Hochschule Neubrandenburg hat Daten der Innungskrankenkasse-Nord evaluiert und die Effizienz des Bonusprogramms belegt.

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8. März 2010

Kleiner Eingriff mit großer Wirkung - Bei einem Nierentumor muss heute nicht mehr das ganze Organ entfernt werden

Patienten mit einem Tumor an der Niere, bei denen nur ein Teil des Organs entfernt wird, haben ebenso gute Prognosen wie jene, bei denen die Niere komplett entfernt wird. Das zeigen jüngste klinische Erfahrungen, über die Experten der Asklepios Klinik Barmbek in der Fachzeitschrift medtropole für niedergelassene Ärzte berichten. Zudem sind minimal invasive Operationen auf dem Vormarsch. Für die Patienten bedeutet dies zum einen eine schonendere Operation, zum anderen behalten sie ihre volle Nierenfunktion.

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8. März 2010

Angehörigen-Besuch auf der Intensivstation: Restriktive Regelungen, jedoch häufige Abweichungen

"Auf deutschen Intensivstationen werden überwiegend restriktive Besuchsmodelle genutzt. Geregelt werden Zeit, Dauer, Anzahl, Art und Alter der Besucher: Der überwiegende Teil der Pflegenden ist damit einverstanden. Doch weichen sie häufig von den Regelungen ab - insbesondere in der Sterbephase, aber auch auf persönlichen Wunsch von Patient oder Angehörigen." Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage-Studie von Stefan Juchems (Universität-Witten-Herdecke).

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8. März 2010

Behinderte Frauen oft gynäkologisch unterversorgt

Rollstuhlfahrerinnen sind häufig gynäkologisch unterversorgt. Behinderte können ihre urogenitalen Beschwerden nur eingeschränkt wahrnehmen und benötigen daher eine überdurchschnittlich sorgfältige Vorsorge. Dennoch unterbleibt diese oft ganz oder teilweise, stellte Professorin Dr. Dr. Mechthild Neises (MHH Hannover) in einer Studie fest. Betroffene Patientinnen sehen bei Gynäkologinnen und Gynäkologen durchaus ein "gutwilliges Engagement", doch häufig eine mangelhafte Fachkompetenz.

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5. März 2010

Internisten warnen vor Verlust an Muskelmasse im Alter

Die Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) warnt davor, den altersbedingten Verlust an Muskelmasse zu verharmlosen. „Die Sarkopenie gehört eindeutig zu den unterschätzten Gesundheitsrisiken im Alter“, betont Jürgen Schölmerich von der Universität Regensburg im Vorfeld des diesjährigen DGIM-Kongresses.

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4. März 2010

Typ-1-Diabetes mellitus: Leptin statt Insulin

Ein Typ-1-Diabetes mellitus lässt sich auch ohne Insulin erfolgreich behandeln. Dies zeigen US-Forscher in den Proceedings of the National Academy of Sciences (2010; doi: 10.1073/pnas.0909422107) an Versuchstieren. Bei Mäusen mit Typ-1-Diabetes mellitus senkten sie den Blutzuckerspiegel durch das Hormon Leptin ebenso zuverlässig wie mit Insulin. Für Patienten könnte eine Kombinationstherapie mit beiden Hormonen vorteilhaft sein.

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3. März 2010

Zigarettenwerbung treibt Jugendliche in die Sucht

Zigarettenwerbung treibt Jugendliche einer Studie der Deutschen Angestelltenkrankenkasse (DAK) zufolge in die Sucht. „Ganz bewusst setzt die Tabakindustrie auf Motive, die Jugendliche anspricht“, sagte DAK-Präventionsexperte Ralf Kremer am Dienstag in Berlin. Bereits nach vier Wochen gelegentlichen Rauchens litten Jugendliche unter Entzugserscheinungen wie Nervosität, Unruhe und Gereiztheit.

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3. März 2010

Cannabis als Psychose-Risiko

Ein Cannabiskonsum von Teenagern geht, vor allem wenn er früh einsetzt, mit einem erhöhten Risiko auf eine nicht affektive Psychose einher. Dies ergab eine prospektive Beobachtungsstudie in den Archives of General Psychiatry (2010; doi: 10.1001/archgenpsychiatry.2010.6). Sie untermauert eine in früheren Studien bemerkte Assoziation, ohne die Kausalität beweisen zu können.

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2. März 2010

Body-Mass-Index taugt nicht für die gesundheitliche Risikovorhersage

Kaum jemand bezweifelt, dass auch Deutschland mitten im Zeitalter von Übergewicht und Fettleibigkeit steckt. Laut jüngsten Studien sind 75 Prozent aller deutschen Männer und fast 60 Prozent der Frauen übergewichtig, mehr als 50 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen gar fettleibig. Was indes die Zahlen medizinisch bedeuten, ist unklar. Denn gängige Statistiken beruhen auf Erhebungen mit dem Body-Mass-Index (BMI), der den meisten wohl vertraut sein dürfte. Doch dieses von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Maß steht seit einiger Zeit in der Kritik der Experten. "Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen", betont Dr. Harald J. Schneider von der Medizinischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München, Campus Innenstadt, nach einer neuen Studie, die er geleitet hat. Für derlei Risiko-Aussagen eignet sich viel besser der Wert, der sich ergibt, wenn man Taillenumfang durch Körpergröße teilt - kurz WHtR genannt (aus dem Englischen für waist-to-height-ratio).

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2. März 2010

Fast doppelt so viele Frakturen durch den langen Winter

Durch die anhaltende Dauerfrostperiode in den letzten Wochen im Nordosten mussten die Unfallchirurgen des Uniklinikums Greifswald deutlich mehr Patienten mit Frakturen behandeln. „Im Zeitraum vom 20. Dezember 2009 bis zum 20. Februar 2010 haben wir 46 Prozent mehr Brüche behandelt“, erklärt Peter Hinz, leitender Oberarzt der Unfallchirurgie.

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2. März 2010

Adipositas: Gefäßrisiken ab Kleinkindesalter

Bei adipösen Kindern kommt es bereits ab dem dritten Lebensjahr zu einem Anstieg des C-reaktiven Proteins (CRP) im Serum, was bei Erwachsenen ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko anzeigt. Im Kindes- und Jugendalter kommen nach einer Studie Pediatrics (2010; doi:10.1542/peds.2009-2182) weitere Entzündungsmarker hinzu.

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2. März 2010

Neue Richtlinie zur Behandlung Opiatabhängiger vorgelegt

Die Bundesärztekammer (BÄK) hat die Richtlinien zur substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger überarbeitet. „Wir wollen die Gesundheitsversorgung von Opiatabhängigen weiter verbessern und noch mehr Ärztinnen und Ärzte motivieren, sich in der Behandlung suchtkranker Menschen zu engagieren“, erklärt Frieder Hessenauer, Vorsitzender des BÄK-Ausschusses „Sucht und Drogen“. Die Novellierung der 2001 verabschiedeten Richtlinie war aufgrund von Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen erforderlich geworden.

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21. Februar 2010

Neue Forschungsmodelle für vernachlässigte Krankheiten

Die herkömmlichen Marktmechanismen, wie neue Medikamente erforscht und entwickelt werden, spielen bei vernachlässigten Krankheiten nicht. Eine Genfer Organisation hat deshalb ein neues Modell entwickelt.

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21. Februar 2010

ACCOMPLISH-Studie: Verlauf der chronischen Nierenerkrankung kann verzögert werden

Die Erstbehandlung des Bluthochdrucks sollte mit der Gabe von Benazepril plus Amlodipin erfolgen, da diese Medikamentenkombination den Verlauf der chronischen Nierenerkrankung (CNK) in größerem Maß bremsen kann als die Verabreichung von Benazepril plus Hydrochlorothiazid. Dr. George Bakris von der Hypertensive Diseases Unit an der University of Chicago Pritzker School of Medicine in Chicago sowie Kollegen präsentieren die Folgerungen der ACCOMPLISH-Studie in einem vorab 'Online First' veröffentlichten Artikel.

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21. Februar 2010

Immunität und Toleranz: Wie das Immunsystem Krankheitserreger und sich selbst kontrolliert

Viele Zivilisationserkrankungen, z.B. Rheuma und Multiple Sklerose, sind Autoimmunerkrankungen, bei denen sich das Immunsystem gegen eigene Körperzellen richtet und diese zerstört. Im gesunden Menschen werden solche Autoimmunkrankheiten weitgehend durch zentrale Selektions- und Toleranzmechanismen im Knochenmark und Thymus unterdrückt, bei denen die Lymphozyten "gecheckt" und dann stillgelegt oder abgetötet werden.

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13. Februar 2010

Magere Patienten in der Intensivmedizin: besser ernähren, Komplikationen vermindern, früher entlassen

Etwa 15% der chirurgischen Patienten sind mangelernährt. Diese Gruppe erleidet häufig Herzrhythmus-Störungen, myokardiale Ischämien und Anastomoseinsuffizienzen, berichten Dr. Peter Rittler und Prof. Dr. Karl-Walter Jauch (München).

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12. Februar 2010

Dialyse: Stents halten Gefäßprothese länger offen

Im Prothesenshunt von Dialysepatienten kommt es häufig zu Stenosen. Die Therapie besteht in der Regel in einer Ballondilatation. In einer randomisierten Vergleichsstudie im New England Journal of Medicine (NEJM 2010: 362: 494-503) ließ sich die Offenheitsrate durch einen Stent verbessern, der aus dem gleichen Material wie die Prothese besteht.

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12. Februar 2010

TV-Werbung verführt Kinder zu ungesundem Essverhalten

Nicht langes Fernsehen an sich macht Kinder dick – es sind die Inhalte. So steht Fernsehwerbung für ungesundes Essen im direkten Zusammenhang mit dem Übergewicht von Kindern, berichten jetzt US-Forscher. Hingegen seien Kinder, die genauso lange vor werbefreiem Fernsehen oder vor DVD-Filmen sitzen, selten übergewichtig. Die Forscher hatten erstmals nicht nur die Fernsehdauer der Kleinen, sondern auch die Sender und Sendungen berücksichtigt, beschreiben sie im "American Journal of Public Health". Sie raten dringend an, Kinder von werbedurchsetztem Privatfernsehen fernzuhalten, um Fettleibigkeit zu vermeiden oder zu reduzieren.

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11. Februar 2010

Intensivmedizin: Peritonitis-Ursache chirurgisch sanieren

Die Peritonitis ist mit 64% die häufigste infektiologische Diagnose bei Aufnahme auf eine chirurgische Intensivstation. Die kausale Therapie gilt in der Regel als Grundvoraussetzung für den Erfolg. Die Operationsmethoden haben während der letzten Jahre einen deutlichen Wandel erfahren, berichtet Professorin Dr. Elke Muhl in ihrem Beitrag zum 20. Symposium Intensivmedizin und Intensivpflege (17.-19. Februar, Bremen).

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11. Februar 2010

Zusammenhang zwischen frühkindlicher Neurodermitis und psychischen Auffälligkeiten bei Kindern entdeckt

Neurodermitis in der frühen Kindheit kann die psychische Verfassung im späteren Leben beeinflussen. Das zeigt eine umfassende Geburtenkohortenstudie, an der Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München beteiligt sind. In Kooperation mit Kollegen von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), der Technischen Universität München (TUM) und dem Marienhospital in Wesel (Nordrhein-Westfalen) untersuchten sie 5991 Kinder, die zwischen 1995 und 1998 geboren sind. Die Untersuchung ist in der aktuellen Ausgabe des Journals of Allergy and Clinical Immunology 125 (2010); 404-410 veröffentlicht.

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10. Februar 2010

Suchttherapie: Drogensubstitution mit psychosozialer Behandlung optimieren

Drogenkonsum und psychosoziale Probleme beeinflussen einander gegenseitig in zirkulärer Weise: Die wiederholte Einnahme von Suchtmitteln induziert körperliche und psychosoziale Störungen, die ihrerseits die Drogenabhängigkeit verstärken. Einen Ausweg aus dem "Teufelskreis" bietet die Substitutionstherapie inclusive psychosozialer Behandlung. Heinrich Küfner und Monika Ridinger liefern in einem Therapiemanual ein ausgereiftes Konzept inclusive ausführlicher Checklisten für semistrukturierte Therapiesitzungen.

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2. Februar 2010

Praktische Umsetzung moderner ernährungsmedizinischer Therapiestrategien bei Patienten mit Mangelernährung

Die Prävalenz (Häufigkeit) der Mangelernährung bei stationär im Krankenhaus aufgenommenen Patienten ist hoch und liegt in der Bundesrepublik Deutschland bei gut 25 Prozent. Darüber hinaus nehmen bis zu 75 Prozent aller stationär behandelten Patienten während ihres Krankenhausaufenthaltes progredient (fortschreitend) deutlich an Gewicht ab. Wissenschaftliche Studien belegen überzeugend, dass Mangelernährung ein relevanter unabhängiger Risikofaktor und darüber hinaus auch ein hoch budgetrelevanter Kostenfaktor ist.

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2. Februar 2010

Chronischer Schmerz: Cannabinoide und realistische Therapieziele

Vor allem in der Palliativmedizin haben sich in letzter Zeit Cannabinoide etabliert. Das "besondere Wirkprofil mit einer coanalgetischen, antiemetischen und appetitsteigernden Wirkung ist bei vielen Patienten erwünscht. Zudem wirken sie stimmungsaufhellend und verbessern den Nachtschlaf", berichtet Dr. Birgit Kraft im Rahmen des aktuellen Update: "Chronischer Schmerz - alte Probleme, neue Konzepte" (14. Wiener Wiener Schmerzsymposium 26.2./27.2.2010).

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1. Februar 2010

Amputation gesunder Arme oder Beine: Wunschträume bei Body Integrity Identity Disorder (BIID)

Gesunde Menschen können einen zwanghaften Wunschtraum entwickeln: die Amputation eines Arms oder Beins. Die Betroffenen wissen, wie absurd der Wunsch ist; doch er lässt sich nicht unterdrücken, sondern nur verheimlichen. Unter dem BIID-Syndrom leiden mehr Menschen als bisher angenommen. Wissenschaftlerinnen der Universität Frankfurt haben jetzt erstmals das gesamte - doch insgesamt bescheidene - Wissen zum Thema in einer Monografie zusammengetragen: "Body Integrity Identity Disorder - Psychological, Neurobiological, Ethical and Legal Aspects".

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