12. September 2017
 

Strahlenschäden verursachen langfristig Brustkrebs

 

Brustkrebs: Frühere Strahlenbelastungen verursachen langfristig wesentlich häufiger Brustkrebs als bisher angenommen, warnt Professor Dr. Hermann Delbrück in seinem Ratgeberbuch „Brustkrebs vermeiden“. Zwischen Bestrahlung und Malignombildung liegen durchschnittlich etwa 20 Jahre.

„Voraussetzung für einen strahleninduzierten Krebs ist eine besondere Empfindlichkeit des Gewebes. Sich schnell teilendes Gewebe ist stärker gefährdet als ruhendes. Die Zellteilungsrate in der Brust ist in der Pubertät, in der Schwangerschaft und bei einer Hormontherapie relativ hoch; die Brust ist in diesen Zeiten besonders gefährdet.

Ein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht, wenn in der Kindheit häufige Röntgenkontrollen, Schirmbilduntersuchungen bzw. Durchleuchtungen oder Röntgenkontrollen der Lunge und des Herzens stattfanden. Im höheren Alter ist die Gefahr wegen der geringeren Strahlenempfindlichkeit und der längeren Latenzzeit wesentlich geringer.

Zunehmend wird Kritik an überflüssigen Computertomographien geübt. Zwei Drittel aller heute in der Medizindiagnostik verursachten Strahlenbelastungen gehen auf das Konto von Computertomographien. Allerdings arbeiten neuste Geräte leistungsfähiger und mit weniger Strahlung.

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren sind Zielgruppe des gesetzlichen Mammographie-Vorsorge-Programms. Das bei ihnen verursachte Krebsrisiko ist extrem gering, zumal die Strahlenempfindlichkeit des Brustgewebes in diesem Alter deutlich geringer ist als bei jüngeren Frauen.

Delbrück beschreibt in seinem Ratgeber-Band alle bekannten Brustkrebs-Risiken – und Risiken, die häufig diskutiert, aber nie bestätigt wurden. Er gibt Empfehlungen zur Vorsorge – teils Warnungen, teils Entwarnungen. Leserinnen erkennen in der Lektüre, ob und ggfs. welche Risiken sie mit sich tragen und was sie zur Vorsorge tun können. Viele Frauen überschätzen oder unterschätzen ihre Risiken.
 

   

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