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Der Blutdruck sollte möglichst immer an
beiden Armen gemessen werden. Denn dabei
entdeckte Seitendifferenzen der
Blutdruckwerte können wichtige diagnostische
und prognostische Hinweise geben -
beispielsweise im Zusammenhang mit der
peripheren arteriellen Verschlusskrankheit.
In Hypertonie-Leitlinien wird die
beidseitige Blutdruckmessung schon seit
längerem empfohlen - primär deswegen, damit
Messfehler vermieden werden. In der Praxis
wird diese Empfehlung allerdings kaum
befolgt.
Eine Forschergruppe um Dr. Christopher E.
Clark aus Exeter sieht darin ein Manko. Denn
nach ihrer Ansicht werden so Chancen auf
eine frühe Entdeckung einer peripheren
arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK)
vergeben und wichtige prognostische
Warnsignale übersehen.
Clark und seine Kollegen haben gepoolte
Daten aus 20 Studien, darunter fünf invasive
Studien mit angiografischer Bildgebung,
ausgewertet, in denen es um die Frage der
Seitendifferenz von Blutdruckwerten ging (The
Lancet 2012; online 30. Januar).
Risiko für PAVK um Faktor 2,5 erhöht
In den invasiven Studien unterschieden sich
die Blutdruckwerte bei Patienten mit
gesicherter Stenose der A. subclavia im
Mittel um 36,9 mmHg. Bereits bei
Unterschieden von 10 mmHg war eine enge
Assoziation mit Subclavia-Stenosen zu
beobachten.
Wie die Analyse der Studien ohne invasive
Bildgebung ergab, ging eine Seitendifferenz
der Blutdruckwerte von 15 mmHg oder mehr mit
einer um 60 Prozent höheren Gesamtmortalität
und einer um 70 Prozent höheren
kardiovaskulären Mortalität einher. Das
Risiko für eine periphere arterielle
Verschlusskrankheit (PAVK) war in diesem
Fall sogar um den Faktor 2,5 erhöht.
Die Studienautoren halten deshalb die
Blutdruckmessung an beiden Armen für eine
hilfreiche Methode zur Diagnose einer PAVK.
Die Spezifität betrug bei Unterschieden über
15 mmHg immerhin 96 Prozent.
Als Screening-Methode sei sie wegen geringer
Sensitivität aber ungeeignet, urteilen die
beiden Autoren eines begleitenden
Editorials. Auch komme es sehr auf die Art
der Blutdruckmessung an, die am besten
simultan - und nicht hintereinander - an
beiden Armen vorgenommen werden sollte.
Quelle:
www.aerztezeitung.de
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