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„Aufgrund aktueller Daten muss angenommen
werden, dass neue Biomarker die Voraussage
des akuten Nierenschadens bei
Herzinsuffizienz (HI)-Patienten deutlich
verbessern können“, so Professor Dr. Günter
Breithardt (Münster) auf dem Europäischen
Kardiologenkongress (ESC; 28. August bis 1.
September) in Stockholm.
Die enge Wechselwirkung zwischen Herz- und
Nierenfunktion gewinnt zunehmend an
Bedeutung. Prof. Breithardt: „Es ist heute
zum Beispiel nachgewiesen, dass
HI-Patienten, die bei Eintritt ins
Krankenhaus eine eingeschränkte
Nierenfunktion aufweisen, ein signifikant
erhöhtes Sterblichkeits-Risiko aufweisen.
Darüber hinaus ist der akute Nierenschaden
eine häufige Komplikation in der Behandlung
der akuten HI. Ungefähr 20 bis 40 Prozent
aller Patienten, die aufgrund einer akuten
HI hospitalisiert werden, erleiden im
Krankenhaus einen akuten Nierenschaden.
Dieser geht mit einem signifikant erhöhten
Krankenhausaufenthalt, Behandlungskosten und
Sterblichkeit einher.“
Hoffnungsträger Neutrophil
gelatinase-associated lipocalin (NGAL) und
Neopterin
Renale Biomarker gewinnen deshalb an
Bedeutung, weil sie die Voraussage des
akuten Nierenschadens vereinfachen könnten.
Die Arbeitsgruppe um Prof. Breithardt hat
den Nutzen des Bio-Markers Neutrophil
gelatinase-associated lipocalin (NGAL) bei
87 Patienten mit akuter HI untersucht. Alle
Patienten klagten über Atemnot (NYHA
III/IV), zeigten radiologische Zeichen einer
akuten HI und hatten einen BNP-Wert über
500pg/ml. NGAL-Werte wurden bei Eintritt und
danach sechs-stündlich bis 48 Stunden nach
Eintritt, Kreatinin-Werte täglich bis Tag 3
abgenommen. Insgesamt erlitten 20 Prozent
der Patienten einen Nierenschaden während
der ersten drei Tage. Diese Patienten waren
signifikant häufiger Diabetiker und litten
unter einer chronischen Niereninsuffizienz.
Dennoch konnten andere Parameter (Eintritts-Kreatinin,
GFR-Werte, GFR-Klassen oder
Eintritts-NGAL-Werte) das Auftreten eines
Nierenschadens voraussagen. „Bei
Berücksichtigung der seriellen
NGAL-Messungen zeigte sich jedoch, dass die
NGAL-Werte 12 Stunden vor dem definierendem
Kreatinin-Anstieg deutlich zunahmen“, so
Prof. Breithardt. „Diese Werte waren in der
Lage, das Auftreten eines Nierenschadens
signifikant vorauszusagen.“
In einer ähnlichen Studie mit 330
Atemnot-Patienten (2/3 HI-Patienten) sagte
die Einmalmessung von Neopterin, einem
weiteren vielversprechenden Biomarker,
ebenfalls das Auftreten eines akuten
Nierenschadens voraus. „Erneut war die
Voraussage des neuen Biomarkers gängigen
Nierenparametern überlegen“, so Prof
Breithardt. Der genaue zeitliche Vorsprung
durch die neuen Biomarker und der Erfolg
einer Biomarker-geleiteten Therapie zur
Vermeidung des Nierenschadens „sind Fragen
aktuell laufender Studien, die mit Spannung
erwartet werden.“
Quelle:
http://idw-online.de/pages/de/news384019
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