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Studierende der Fachhochschule der Diakonie
(Bielefeld) fordern "Sozialkonten für
Ehrenamtliche": Mit unentgeltlichen
Sozialleistungen sollen Bürger für sich
selbst Ansprüche auf spätere Unterstützung
erwirtschaften können.
"Wer beispielsweise zwischen seinem 20. und
60. Lebensjahr durchschnittlich drei Stunden
pro Monat eine soziale oder pflegerische
Tätigkeit ausführt, erwirbt dementsprechend
selbst einen Anspruch auf eine individuelle,
unentgeltliche Fürsorge von ca. 1.500
Stunden ..."
Vorschläge verschiedenster Art hat Professor
Dr. Tim Hagemann (Fachhochschule der
Diakonie) in einem Taschenbuch
zusammengestellt - "Deutschland morgen,
Visionen unserer Zukunft."
Die Studierenden schlagen weiter vor, "dass
man durch ehrenamtliches Engagement
Rentenansprüche erwirtschaften kann.
Beispielsweise bestünde für Menschen mit
Phasen von Erwerbslosigkeit oder
geringfügiger Beschäftigung die Möglichkeit,
freie Zeiten zu nutzen, um so die materielle
Sicherheit im Alter zu sichern. Die Träger
sozialer Einrichtungen würden für die
freiwillige Tätigkeit keinen Lohn auszahlen,
aber für jede Stunde einen Beitrag in die
Rentenkassen abführen ..."
Wie viele andere BeiträgerInnen des Buches
reflektiert Dr. Ursula von der Leyen einen
sozialen Ausgleich, z.B.: "Meine Vision ist,
dass wir mit älteren Menschen andere,
positivere und gleichwohl realistische
Bilder verbinden - die erfahrene,
zuverlässige Kollegin im Betrieb; die treue
Kundin, die für Qualität und persönliche
Beratung zu zahlen bereit ist; und nicht
zuletzt den ehrenamtlich engagierten älteren
Herrn, der im Mehrgenerationenhaus vorliest
oder den Schülern morgens das Frühstück
macht."
Mehrgenerationenhäuser sollten nach Ansicht
der Ministerin möglichst häufig und in
verschiedensten Varianten etabliert werden:
"Häuser der persönlichen Begegnung und
gegenseitigen Hilfe zwischen Alt und Jung,
Häuser der Dienstleistungen und des
bürgerschaftlichen Engagements."
Die überwiegende Zahl der Beiträge im Buch
fordert realistisch ein wachsendes
bürgerschaftliches Engagement, einige andere
AutorInnen - v.a. aus der Politik - greifen
weit darüber hinaus, Dr. Heiner Geißler
etwa, der wiederum für "die Utopie einer
neuen Weltwirtschaftsordnung" eintritt.
Bewusst hat Tim Hagemann in seinem Vorwort
Jürgen Habermas zitiert: "Wenn die
utopischen Oasen austrocknen, breitet sich
eine Wüste von Banalität und Ratlosigkeit
aus."
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