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Ein aktueller Case Report beschreibt den
Fall einer älteren Frau mit mentalen
Störungen, die der Alzheimerschen Krankheit
zugeschrieben wurden. Es stellte sich jedoch
heraus, dass sie an einer behandelbaren
limbischen Enzephalitis litt. Dieser Fall
ist besonders wichtig, da es auf Grund der
weltweit zunehmenden Zahl älterer Menschen
entscheidend ist, dass diese, wenn sie mit
entsprechenden Symptomen beim Arzt
vorsprechen, die richtige Diagnose erhalten
und nicht nur eine Alzheimersche Krankheit
(oder typischerweise Demenz) vermutet wird.
Der Case Report stammt von Dr. Nathalie
Costedoat-Chalumeau und Kollegen vom Centre
Hospitalier Universitaire Pitié-Salpêtrière
in Paris.
Die damals 70-Jährige erschien im Juli 2007
im Krankenhaus mit einer 4-monatigen
Vorgeschichte von Verwirrtheit und
zeitweisem Gedächtnisverlust, jedoch ohne
frühere medizinische Vorgeschichte.
Körperliche und neurologische Untersuchungen
verliefen normal, neuropsychiatrische Tests
jedoch offenbarten Gedächtnis- und
Lernstörungen. Blutanalysen blieben ohne
Befund, eine Kernspintomografie jedoch
lieferte Anomalien des Hippocampus, die
üblicherweise mit der limbischen
Enzephalitis verknüpft sind. Die Patientin
wurde mit Cyclophosphamid-Infusionen und
Steroiden behandelt, worauf sich die
Symptome besserten. Ein Rückfall nach 18
Monaten konnte ebenso erfolgreich behandelt
werden.
Die limbische Enzephalitis ist eine Störung
des Gehirns, bei der pathogene Substanzen
das limbische System angreifen, eine
Ansammlung von Strukturen um den Hirnstamm,
die Gefühle und andere grundsätzliche
Aufgaben steuern. Eine limbische
Enzephalitis kann sich in kognitiven
Störungen mit kurzfristigen
Gedächtnisausfällen zeigen, zeitweiligen
Krampfanfällen und psychiatrischen
Störungen, die über mehrere Wochen
fortschreiten.
Die Autoren stellen fest: "In unserem Fall
hätte die Diagnose fälschlicherweise auf
Alzheimersche Krankheit lauten können,
insbesondere, da die computertomografische
Auswertung des Gehirns normal erschien.
Allerdings waren die kurzzeitige Entwicklung
und die damit verknüpften Merkmale in der
MRT für Alzheimersche Krankheit untypisch
und führten uns zur Untersuchung auf eine
limbische Enzephalitis."
Die Forscher folgern daher: "In der
Vergangenheit wurde die limbische
Enzephalitis als seltene Erkrankung
angesehen, häufig mit Krebs verknüpft und
nicht behandelbar. Die Entdeckung von neuen
Antikörpern und Autoimmunmechanismen brachte
immunsuppressive Therapien hervor, die die
Prognosen verbessern, insbesondere in den
Fällen, in denen Antikörper von Antigenen
der Zellmembranen vorliegen. Die Erkrankung
sollte daher als eine keineswegs
ungewöhnliche und behandelbare Ätiologie
einer rasch fortschreitenden Demenz
angesehen werden."
Quelle:
http://www.thelancet.de/artikel/1043183
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