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Menschen mit Depressionen haben ein erhöhtes
Risiko, an der Zuckerkrankheit
Typ-2-Diabetes mellitus zu erkranken. Aber
auch eine bestehende Diabetes-Erkrankung
erhöht das Risiko, eine Depression zu
entwickeln. Kommen beide Erkrankungen
zusammen, potenzieren sich die negativen
Folgen für Lebensqualität und Lebensdauer
der Betroffenen. diabetesDE und die Deutsche
Diabetes-Gesellschaft (DDG) fordern deshalb
eine bessere psychologische Betreuung von
Diabetikern.
Das erhöhte Risiko von Diabetikern, an
Depressionen zu erkranken und die negativen
Auswirkungen beim Vorliegen beider
Erkrankungen sind durch Studien gut belegt.
Diese addieren sich nicht nur, sie
potenzieren sich: Im Vergleich mit
Diabetikern ohne Depressionen leiden
depressive Diabetiker elf Mal häufiger unter
Komplikationen an den kleinen Blutgefäßen.
Die Gefahr von Schädigungen an den großen
Gefäßen, die zu Durchblutungsstörungen oder
Herzinfarkt führen können, ist um das
2,5-Fache erhöht.
Jede chronische Erkrankung kann das Risiko
für eine Depression oder depressive
Verstimmungen erhöhen. Die negativen Folgen
sind bei Diabetes jedoch besonders hoch:
Eine erfolgreiche Behandlung des Diabetes
erfordert die aktive Mitarbeit des
Patienten. „Depressionen stellen hierbei ein
große Barriere dar, da sie sowohl die
Motivation zur Behandlung als auch die
Durchführung der Therapiemaßnahmen
nachhaltig erschweren“, betont Mit-Autor PD
Dr. Bernhard Kulzer, Vorsitzender der
Arbeitsgemeinschaft Psychologie und
Verhaltensmedizin der Deutschen
Diabetes-Gesellschaft (DDG) und
Geschäftsführer des Forschungsinstitutes der
Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM),
in einer aktuellen Veröffentlichung. Damit
steige die Gefahr von Spätkomplikationen des
Diabetes wie Verlust des Augenlichts,
Fußamputation oder Dialysepflicht. Auch die
Schwankungen im Blutzucker, die bei vielen
Diabetikern auftreten, belasten die
Betroffenen emotional.
Umgekehrt haben Menschen mit Depressionen
ein erhöhtes Risiko an einem Typ-2-Diabetes
zu erkranken. Das liegt zum einen daran,
dass die Depression die Risikofaktoren
Übergewicht und Bewegungsmangel verstärkt.
Außerdem ist die psychische Erkrankung
selber ein unabhängiger Risikofaktor:
Depressive Störungen können mit einem
stressbedingten Anstieg der Kortisolwerte im
Blut einhergehen. Dieses Hormon fördert die
sogenannte Insulinresistenz, das heißt das
körpereigene Insulin ist vorhanden, führt
aber nicht in ausreichendem Maße zum Einbau
des Zuckers aus dem Blut in die
Körperzellen.
diabetesDE und DDG fordern deshalb, dass
Menschen mit Depressionen gezielt auf einen
Typ-2-Diabetes untersucht werden. Betroffene
Diabetiker benötigen außerdem eine
psychologische Betreuung, vor allem zu
Beginn der Erkrankung, und wenn erstmals
Spätkomplikationen auftreten. Ein Verzicht
auf eine psychologische Betreuung
verschlechtert nicht nur Lebensqualität und
Lebensdauer der Diabetiker. Eine fehlende
Intervention macht die Krankheit
wahrscheinlich auch teurer. US-Studien
belegen, dass die Kosten für die Behandlung
von depressiven Diabetespatienten um ein
Vielfaches höher liegen als bei Diabetikern
ohne Depression.
Quelle:
http://idw-online.de/pages/de/news382664
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