29. Juli 2010
 

Neurodermitis: bedrohliche Krisen bei Pauschaldiäten

 

Häufig werden bei Neurodermitis Pauschaldiäten angepriesen - mit angeblich wissenschaftlicher Argumentation. Der Kinderarzt Dr. Rüdiger Szczepanski und Kollegen (Osnabrück) warnen vor derartigen Empfehlungen. "Pauschaldiäten sind häufig sehr einseitig und können dazu führen, dass das Kind in schwerste Mangelzustände und bedrohliche Krisen geraten kann."

"Je jünger ein Kind ist, desto gefährlicher sind derartige Empfehlungen. Jede Diät muss von einer sorgfältigen Ernährungs-/Diätberatung begleitet werden, um einen Ausgleich für diejenigen Nahrungsmittel zu berücksichtigen, die in der jeweiligen Diät fehlen," warnen Szczepanski und Kollegen in ihrem Patienten- und Eltern-Ratgeber "Neurodermitis - das juckt uns nicht."

"Ungezielte Nahrungsempfehlungen für das Säuglingsalter, wie die sogenannte Vollwertkost, können eventuell neue Allergien auslösen. Gerade im ersten Lebensjahr werden die Fremdeiweiße aus Nahrungsmitteln sehr viel stärker und dabei weniger gut verdaut über die Darmschleimhaut aufgenommen als im späteren Leben. Eine normale Beikost ist wie bei allen anderen Babys ab dem fünften Lebensmonat möglich.

Das häufig in Pauschaldiäten empfohlene Meiden von Fleisch ist dagegen nur in wirklich nachgewiesenen, extrem seltenen Fällen einer Fleischallergie notwendig ..."

 

   

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