15. Juli 2010
 

Logik des Traums: Unser Heimlichstes wird unheimlich

   

Franco hatte reichlich getrunken und einen Schuldenberg aufgetürmt. Sein Gläubiger, Signore Orlando, war zu Tina, seiner Frau, gegangen und "hatte von dem Geld gesprochen, das sie ihm schuldeten, nie von etwas anderem, versteht sich, aber trotzdem hatte er sich so benommen, dass Tina auch alles Übrige hatte verstehen müssen.

Nach vergeblichen Bemühungen hatte er sich eines Tages, als er sah, dass sie noch immer nicht reagierte, sogar entschlossen, ihr einen konkreten Vorschlag zu machen. Er hatte zu ihr gesagt: Kommen Sie zu mir, wann immer Sie wollen, auch nachts. Wir werden schon einen Weg finden ..."

Eindeutig skizziert Stelio Mattioni den Ausgangsort seines Romans "Orlando - wieviel Schritte gibst Du mir?"

Doch die Texte schimmern so wenig eindeutig wie das Leben. "Da sind Verzauberung und Groteske, Trübsinn und Komik, Verhuschtheit und Präzision", urteilt Francois Bondy, "kein intellektuell konstruiertes Spiel; eher entspricht es der Logik des Traums: Unser Heimlichstes wird darin unheimlich, zugleich vertraut und befremdend. Dieser Roman ist eine Erzählwelt mit stets schwebenden Fragen ohne Antwort ..."

 

Stello Mattioni:
Orlando, wieviel Schritte gibst du mir?

Roman ComMedia&Arte/Pabst, Lengerich/Berlin, 272 Seiten, Hardcover, Schutzumschlag

   

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