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In einem Londoner Männer-Pissoir stand
geschrieben: "Die Zukunft der Menschheit
liegt in euren Händen." Den italienischen
Biologen Giorgio Celli faszinieren daher die
Zusammenhänge zwischen dem Animalischen, dem
Komischen und unseren Überlebenschancen. Im
Bann derartiger Fragestellungen gelang Celli
eine Essaysammlung "Komik und Wissenschaft"
- in deutscher Übersetzung unter dem
irreführenden Titel "Der letzte Alchemist"
erschienen.
"Cellis kurze Essays sprechen von einer
Wissenschaft, die zweifellos Wissenschaft
ist - eine Aneinanderreihung aufgespießter
Fakten und Entdeckungen, eine Sinfonie der
Geschichte der Erfindungen und Intuitionen
der Großen, aber eine Wissenschaft, aus halb
geschlossenen Augen betrachtet,
möglicherweise mit einem Glas Alkohol in der
Hand, wodurch bestimmte, präzisere Konturen
fallengelassen, Schauplätze dezentralisiert
und Peripherien erfasst werden ...
Eine Wissenschaft, bestehend aus
schlagfertigen Antworten, Aphorismen,
Flashes und Gags, aus bewundernswerten
Umgehungen der Systeme", testiert Umberto
Eco in seinem Vorwort.
Celli klärt uns auf, wie massiv wir Insekten
zu unterschätzen pflegen: Sie "legen
Verhaltensweisen von seltener Komplexität an
den Tag; zum Beispiel treiben sie Ackerbau,
indem sie Pilze ziehen (Ameisen und
Termiten) oder eine rudimentäre Form von
Viehzucht (die Ameisen beuten den Honig der
Blattläuse aus). Die parasitären Hautflügler
wiederum paralysieren ihre Beute mit
geschickten chirurgischen und
toxikologischen Operationen, wobei sie
Stachel und Gift einsetzen, um die Opfer
lebend, aber wehrlos ihren Larven als
Nahrung zu übergeben, und sie sind - im
Gegensatz zu uns - imstande, über das
Geschlecht ihrer Nachkommen zu entscheiden."
Der Entomologe ist sich dessen ernstlich
bewusst, "dass die Insekten schon jeher
einen Kampf mit uns führen, der bis jetzt
weder Sieger noch Besiegte kennt, sich aber
doch immer stärker zu unseren Ungunsten
entwickelt ..."
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