6. Mai 2010
 

„Die Wünsche Sterbender ernst nehmen“
Auch am Ende des Lebens in der Mitte der Gesellschaft bleiben

   

„Das ist ein schwieriges Thema, aber es geht jeden von uns an“, sagte Hans Peter Schneider, Geschäftsführer der Messe Bremen über die neue Veranstaltung „Leben und Tod“, die erstmals in der Halle 4 der Messe von Donnerstag, 6. Mai bis Freitag, 7. Mai Informationen zu Vorsorge, Pflege, Begleitung, dem Abschiednehmen, der Trauer sowie dem Sterben in Würde gibt. „Das Thema aus dem Privaten ins Öffentliche holen, Miteinander über Unausweichliches sprechen, Kommunikation schaffen, in aller Ruhe Zeit und Raum für Gespräche bieten“ – all dies sei im Vorfeld immer wieder als Grund für das vielfältige Engagement der verschiedensten Einrichtungen, die sich hier präsentieren, genannt worden, so erklärt Schneider die erstaunliche Zahl von 62 Ausstellern bei dieser ungewöhnlichen Erstveranstaltung.

Dieser Ansicht ist auch Dr. Birgit Weihrauch, Staatsrätin a.D. und Vorsitzende des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes e.V. „Die Hospizbewegung leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Sterben, Tod und Trauer in unserer Gesellschaft aus der Tabuisierung herausgeholt und wieder thematisiert werden“, so Weihrauch. „Getragen wird die Hospizbewegung wesentlich von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die die Bedürfnisse und Wünsche schwerstkranker und sterbender Menschen ernst nehmen und die diese wieder in die gesellschaftliche Mitte holen wollen“.

Unterstützt wird die „Leben und Tod“ durch die Hospiz-Landesverbände Bremens und Niedersachsens sowie den Hospiz-Bundesverband, die Evangelischen und Katholischen Kirchen, den Bestatterverband Bremen und die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege. Für Öffentlichkeit sorgt aber auch beispielsweise Fernsehkommissar Oliver Mommsen, der sich für das Kinderhospiz Jona stark macht und deren Stand besucht. Ex-Fußballer Marco Bode wird während der „Leben und Tod“ gemeinsam mit Kindern Bücher zum Thema lesen. Neben der Ausstellung, in der die Kirchen und Verbände über Unterstützungsmöglichkeiten informieren und Bestatter, Steinmetze, Hospize, Seelsorger, Friedhofsgärtner einen Überblick über ihre Dienstleitungen anbieten, wird es auch 41 Vorträge zum Thema geben. Darin geht es unter anderem um den Umgang mit Sterbenden, um die Frage „Wie möchten Sie beerdigt werden“, um Patientenverfügung, um „Trauer als einen Weg der Heilung“ und vieles mehr. Es gibt offene Vorträge für jedermann und Vorträge für haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte. Der Hospiz- und PalliativVerband Bremen e.V. bietet ein kostenloses Betreuungsprogramm für Pflegebedürftige an. Das bedeutet, dass auch pflegende Angehörige sich die Zeit nehmen können, die Vorträge auf der „Leben und Tod“ zu hören.

Die „Leben und Tod“ findet am 6. und 7. Mai 2010 von 10 bis 19 Uhr in der Halle 4 der Messe Bremen statt. Die Eintrittskarte für Besucher kostet 8 Euro, ermäßigt 7 Euro. Für Teilnehmer des Fachkongresses gelten gesonderte Tarife. Weitere Informationen: www.lebenundtod-bremen.de.
 

   

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