6. April 2010
 

Perioperative Medizin: Wissenschaftliche Erkenntnisse benötigen Jahre bis zur praktischen Anwendung

   

"In der Intensivmedizin wurden während der letzten Jahre enorme Fortschritte des Wissens erzielt. In der Sepsistherapie, in der Beatmungstherapie, in der Analgosedierung und in anderen Therapien konnten in randomisierten kontrollierten Studien Methoden und Verfahren aufgezeigt werden, die dazu beitragen, die Morbidität und Letalität zu senken. Trotz dieser Studienergebnisse dauert die Umsetzung in die tägliche Praxis teilweise mehrere Jahre", kritisiert Prof. Dr. Jörg Martin (Göppingen) in Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung 1/2010.

Der Intensivmediziner verweist darauf, "dass einfache und preiswerte Maßnahmen wie das Scoring der Sedierungstiefe nur auf 8% der Intensivstationen durchgeführt werden. In der SeptNet Prävalenzstudie wurde gezeigt, dass Patienten mit schwerer Sepsis und akutem Lungenversagen in nur vier Prozent eine niedrigvolumige Beatmungstherapie erhielten. Nur wenige Intensivstationen setzen Weaningprotokolle ein, obwohl hier ein Empfehlungsgrad A postuliert wird. Gerade individuelle Variationen in dem klinischen Management schwerstkranker Patienten sind verbunden mit suboptimalem Outcome und steigenden Kosten.

Der konsequente Einsatz von Protokollen, Standard Operating Procedures und Clinical Pathways führt zur Verbesserung des Outcomes, einer Verkürzung der Liegedauer, geringeren Kosten ..."

 

   

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