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"In der Intensivmedizin wurden während der
letzten Jahre enorme Fortschritte des
Wissens erzielt. In der Sepsistherapie, in
der Beatmungstherapie, in der
Analgosedierung und in anderen Therapien
konnten in randomisierten kontrollierten
Studien Methoden und Verfahren aufgezeigt
werden, die dazu beitragen, die Morbidität
und Letalität zu senken. Trotz dieser
Studienergebnisse dauert die Umsetzung in
die tägliche Praxis teilweise mehrere
Jahre", kritisiert Prof. Dr. Jörg Martin
(Göppingen) in Journal für Anästhesie und
Intensivbehandlung 1/2010.
Der Intensivmediziner verweist darauf, "dass
einfache und preiswerte Maßnahmen wie das
Scoring der Sedierungstiefe nur auf 8% der
Intensivstationen durchgeführt werden. In
der SeptNet Prävalenzstudie wurde gezeigt,
dass Patienten mit schwerer Sepsis und
akutem Lungenversagen in nur vier Prozent
eine niedrigvolumige Beatmungstherapie
erhielten. Nur wenige Intensivstationen
setzen Weaningprotokolle ein, obwohl hier
ein Empfehlungsgrad A postuliert wird.
Gerade individuelle Variationen in dem
klinischen Management schwerstkranker
Patienten sind verbunden mit suboptimalem
Outcome und steigenden Kosten.
Der konsequente Einsatz von Protokollen,
Standard Operating Procedures und Clinical
Pathways führt zur Verbesserung des Outcomes,
einer Verkürzung der Liegedauer, geringeren
Kosten ..."
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