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Türkische und deutsche Frauen in Deutschland
leiden tendenziell unter den gleichen
Wechseljahresbeschwerden; doch die
psychischen und somatischen Belastungen der
Türkinnen sind wesentlich ausgeprägter,
stellten Prof. Dr. Theda Borde und PD Dr.
Matthias David (Berlin) in einer Studie
fest. Mehr als 40 Prozent der türkischen,
jedoch weniger als 10 Prozent der deutschen
Frauen klagen über depressive Verstimmungen
nach der Menopause.
Über hohe Reizbarkeit berichten 33 Prozent
der Türkinnen, jedoch nur sechs Prozent der
Deutschen; ähnlich stark ist das Gefälle bei
der Ängstlichkeit (24 zu fünf Prozent) und
bei der Erschöpfung (41 zu fünf Prozent).
Die Unterschiede bei körperlichen Befunden
verlaufen parallel: Über Herzbeschwerden
klagen 20 Prozent der Türkinnen, jedoch nur
fünf Prozent der Deutschen. Bei
Harnwegsbeschwerden beträgt das Verhältnis
19 zu drei Prozent, bei Gelenk- und
Muskelbeschwerden 47 zu 21 Prozent.
Über Sexualprobleme klagen 20 Prozent der
türkischen und 13 Prozent der deutschen
Frauen in der Postmenopause.
"Über Anspannungen in der Partnerschaft im
Zusammenhang mit der eigenen `Lustlosigkeit`
berichten insbesondere Migrantinnen, die in
langjährigen Partnerschaften leben.
Unabhängig von der Herkunft der Frauen wird
im Kontext von Sexualität und Wechseljahren
auch die nachlassende Potenz des Mannes
thematisiert. Im Zusammenhang mit dem
Rückgang des eigenen Interesses ist diese
Entwicklung jedoch eher unproblematisch,
wenn es zu einer Angleichung der sexuellen
Bedürfnisse kommt.
Von Frauen, die nicht in einer festen
Partnerschaft leben – überwiegend deutsche
–, wird betont, dass das sexuelle Interesse
potenzieller Partner an Frauen in den
Wechseljahren nachlässt und damit auch die
Chance auf den Beginn einer neuen
Partnerschaft.
Frauen, die in den Wechseljahren eine neue
Partnerschaft eingegangen sind, berichten
dagegen über eine positive Veränderung ihrer
Sexualität und ihrer psychischen
Befindlichkeit."
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