23. März 2010
 

Vorhofflimmern – der unterschätzte Vorbote des Schlaganfalls

   

„Dreimal mehr Patienten werden in Zukunft unter Vorhofflimmern leiden als heute. Damit einher geht eine erhöhte Sterblichkeit und eine deutlich reduzierte Lebensqualität der Betroffenen“, berichtet Professor Karl-Heinz Kuck, führender Kardiologe und Spezialist für Vorhofflimmern, in Berlin. Bereits zum neunten Mal trafen sich am 18. und 19. März rund 500 führende Wissenschaftler aus ganz Europa beim Atrial Fibrillation Symposium, um sich über die neuesten Behandlungsmöglichkeiten für Vorhofflimmern, einer weit verbreiteten Herzrhythmusstörung, auszutauschen. Vielversprechend erscheint die minimal-invasive Katheter-Ablation als Behandlungsoption, die laut jüngsten Studienergebnissen innerhalb kurzer Zeit zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes führen kann.

Vorhofflimmern (engl. Atrial Fibrillation = AFib) ist zwar ein weit verbreitetes, jedoch auch unterschätztes Phänomen. Über eine Million Deutsche und rund vier bis sechs Millionen Europäer leiden unter Vorhofflimmern. Die häufig nicht erkannte Krankheit ist schon heute für rund 20 Prozent aller Schlaganfälle verantwortlich und kann das Schlaganfallrisiko um das Fünffache erhöhen. Die Dunkelziffer der unerkannten Krankheitsfälle liegt bei geschätzten zwei Millionen Deutschen (geschätzte 2,5 Prozent der Bevölkerung). Aufgrund des demografischen Wandels gehen Experten davon aus, dass die Krankheit zukünftig in größerem Ausmaß auftreten wird. Durch Vorhofflimmern verursachte Schlaganfälle führen zu gravierenden körperlichen und emotionalen Folgen für Patienten und Familienangehörige, da sie besonders schwere und bleibende Gesundheitsschäden hervorrufen können und länger stationär behandelt werden müssen. Darüber hinaus belasten die gesamtökonomischen Folgen des Schlaganfalls die europäische Wirtschaft mit rund 38 Milliarden Euro pro Jahr.

Das „9th Atrial Fibrillation Symposium“ widmet sich der effizienten Behandlung des Vorhofflimmerns durch die minimal-invasive Katheter-Ablation. Insbesondere diese Therapieform kann zu einer wesentlichen Verbesserung des Krankheitsbildes und in Einzelfällen sogar zur Remission führen. Laut der vom Journal of the American Medical Association (JAMA) jüngst veröffentlichten Zahlen (JAMA. Comparison of Antiarrhythmic Drug Therapy and Radiofrequency Catheter Ablation in Patients with Paroxysmal Atrial Fibrillation: A Randomized Controlled trial. David J. Wilber; Carlo Pappone; Petr Neuzil; et al.2010;303(4):333-340) weisen Patienten, die sich einer Katheter-Ablation unterzogen, signifikant weniger Symptome des Vorhofflimmerns auf und genießen eine erheblich gesteigerte Lebensqualität nach 3 Monaten.

Mehr als 500 internationale Teilnehmer traten beim Symposium in einen wissenschaftlichen Dialog und tauschten sich zu den neuesten Erkenntnissen über Katheter-Ablation aus. In den vergangenen Jahren konnten sich europaweit bereits 35.000 Menschen der Behandlung unterziehen und so ihre Lebensqualität erheblich verbessern.

Vorhofflimmern wird als Krankheit nicht immer rechtzeitig diagnostiziert, weil das Wissen um das Krankheitsbild und seine Folgen eingeschränkt ist oder fehlt. Herzstolpern, Kurzatmigkeit, Benommenheit, Brustschmerzen, chronische Müdigkeit oder ein konstant niedriger Energiepegel werden oft lediglich als Stressfaktoren abgetan. Dabei ist Vorhofflimmern gut zu behandeln und vielen Schlaganfällen könnte so vorgebeugt werden.

Die Therapiemöglichkeiten für Vorhofflimmern werden ständig verbessert. Das Symposium thematisiert regelmäßig die neuesten Entwicklungen der Forschung, Trends und Techniken zu Behandlungsmöglichkeiten von Vorhofflimmern, vor allem in Bezug auf die Katheter-Ablationstherapie. Es bietet eine Plattform für Austausch und Interaktion der weltweit führenden Experten, sowohl untereinander als auch mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs.

Die Veranstaltung legt bereits seit Jahren eine wichtige Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Katheter-Ablation zur Behandlung des Vorhofflimmerns.

Prof. Karl-Heinz Kuck, Leitender Arzt und Kardiologie der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg, und einer der drei wissenschaftlichen Leiter des Symposiums, unterstrich die Notwendigkeit der öffentlichen Aufklärung über Vorhofflimmern: „Vorhofflimmern ist keine Bagatellerkrankung. Je früher ein Patient behandelt wird, umso besser.“

Das Symposium wird von Biosense Webster als einem der führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Diagnose- und Behandlungstechnologie für Vorhofflimmern unterstützt.

Hintergrundmaterial zum Thema Vorhofflimmern, Katheter-Ablationstherapie sowie wissenschaftliche Quellen und Informationen zum Symposium sind über das Pressebüro erhältlich: awieczor@its.jnj.com
 

   

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