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"Auf deutschen Intensivstationen werden
überwiegend restriktive Besuchsmodelle
genutzt. Geregelt werden Zeit, Dauer,
Anzahl, Art und Alter der Besucher: Der
überwiegende Teil der Pflegenden ist damit
einverstanden. Doch weichen sie häufig von
den Regelungen ab - insbesondere in der
Sterbephase, aber auch auf persönlichen
Wunsch von Patient oder Angehörigen." Zu
diesem Ergebnis kommt eine Umfrage-Studie
von Stefan Juchems (Universität-Witten-Herdecke).
"Das Abweichen geschieht sehr willkürlich.
Besuchsregelungen scheinen für
Intensivpflegende ein wichtiges Thema zu
sein; die inkonsistente Beantwortung der
Fragen zeigt jedoch, dass die Grenze
zwischen offizieller und gelebter Regelung
stark verschwommen ist und auch so
wahrgenommen wird. Die meisten Pflegenden
geben an, dass im Team eine sehr
unterschiedliche Meinung zur Bedeutung der
Angehörigen für den Patienten besteht. Dies
könnte das willkürliche Abweichen von
offiziellen Besuchsregelungen oft erklären.
Die überwiegende Anzahl der Pflegenden
empfindet Arbeit mit Angehörigen als Teil
ihrer Arbeit."
Der Autor postuliert: "Es bedarf einer
allgemeingültigen Definition für das ´offene
Besuchsmodell´. Ein in Ansätzen ´offenes
Besuchsmodell´ im Sinne eines
familienorientierten Pflegeverständnisses
kommt bereits zur Anwendung - hauptsächlich
in der Pädiatrie. Demnach können
Kinder-Intensivstationen eine
Orientierungshilfe sein für alle Bereiche,
die ihr Besuchsmodell an die
wissenschaftlichen Erkenntnisse adaptieren
wollen."
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