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Szczepanski, Schon, Lob-Corzilius: Neurodermitis –
das juckt uns nicht!
Pabst, 200 Seiten,
ISBN 978-3-89967-544-3 |
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Neurodermitis in der frühen Kindheit kann
die psychische Verfassung im späteren Leben
beeinflussen. Das zeigt eine umfassende
Geburtenkohortenstudie, an der
Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums
München beteiligt sind. In Kooperation mit
Kollegen von der
Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), der
Technischen Universität München (TUM) und
dem Marienhospital in Wesel
(Nordrhein-Westfalen) untersuchten sie 5991
Kinder, die zwischen 1995 und 1998 geboren
sind. Die Untersuchung ist in der aktuellen
Ausgabe des Journals of Allergy and Clinical
Immunology 125 (2010); 404-410
veröffentlicht.
Forscher unter Federführung von PD Dr.
Jochen Schmitt des Universitätsklinikums
Dresden, Dr. Christian Apfelbacher
(Universitätsklinikum Heidelberg) und Dr.
Joachim Heinrich vom Institut für
Epidemiologie des Helmholtz Zentrums München
fanden heraus, dass Kinder, die während
ihrer ersten beiden Lebensjahre an einer
Neurodermitis litten, im Alter von zehn
Jahren häufiger psychische Auffälligkeiten,
v.a. emotionale Probleme, zeigen als
Gleichaltrige. "Dies deutet darauf hin, dass
die Neurodermitis einer unausgeglichenen
psychischen Konstitution von Kindern
vorausgehen und sie fördern kann", erklärt
Dr. Joachim Heinrich.
Kinder, deren Neurodermitis über das
Säuglingsalter hinaus bestand, seien zudem
von psychischen Auffälligkeiten noch
häufiger betroffen als Kinder, die
ausschließlich eine Neurodermitis im
Säuglingsalter hatten.
Im Rahmen der GINIplus-Studie sammelten die
Wissenschaftler Daten zur physischen
Gesundheit und emotionalen Befindlichkeit
der Kinder im Alter von zehn Jahren, zur
Familienhistorie und zum täglichen Leben.
Der Krankheitsverlauf - auch in der frühen
Kindheit - wurde mit besonderem Fokus auf
die Diagnosen Neurodermitis, Asthma,
allergischer Schnupfen, psychische
Belastbarkeit und Verhaltensauffälligkeiten
abgefragt.
Die Neurodermitis ist eine nicht-infektiöse
Hauterkrankung, die durch schuppige und
juckende Hautausschläge charakterisiert ist.
Sie ist die häufigste chronische
Hauterkrankung bei Kindern und Jugendlichen.
Es ist bekannt, dass Kinder, die unter einer
Neurodermitis leiden, eine erhöhte
Veranlagung für Heuschnupfen und
allergisches Asthma haben. Ekzematöse
Symptome ziehen ein breites Spektrum an
Folgebeschwerden nach sich, wie
beispielsweise Schlafstörungen.
"Wir vermuten, dass sich vor allem die
Folgebeschwerden langfristig auf das
Gefühlsleben der betroffenen Kinder
auswirken", sagt Heinrich. Die Autoren der
Studie empfehlen deshalb, das Auftreten
einer Neurodermitis in der
Krankheitshistorie von Kindern als Hinweis
auf mögliche spätere psychische Probleme zu
werten, selbst wenn die eigentliche
Erkrankung im Verlauf der Kindheit abklingt.
Quelle:
http://idw-online.de/pages/de/news355094
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