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Die Prävalenz (Häufigkeit) der
Mangelernährung bei stationär im Krankenhaus
aufgenommenen Patienten ist hoch und liegt
in der Bundesrepublik Deutschland bei gut 25
Prozent. Darüber hinaus nehmen bis zu 75
Prozent aller stationär behandelten
Patienten während ihres
Krankenhausaufenthaltes progredient
(fortschreitend) deutlich an Gewicht ab.
Wissenschaftliche Studien belegen
überzeugend, dass Mangelernährung ein
relevanter unabhängiger Risikofaktor und
darüber hinaus auch ein hoch
budgetrelevanter Kostenfaktor ist.
"Durch frühzeitiges Erkennen der
Mangelernährung und effiziente Umsetzung
wissenschaftlich belegter
ernährungsmedizinischer Therapiemaßnahmen
können die enormen klinischen und
finanziellen Folgen der Mangelernährung
effektiv vermieden oder reduziert werden,"
sagt Prof. Dr. Christian Löser, Chefarzt der
Medizinischen Klinik am Roten Kreuz
Krankenhaus Kassel, im Buch
"Krankheitsbedingte Mangelernährung - eine
Herausforderung für unser
Gesundheitswesen?", jetzt erschienen im
Pabst-Verlag (ISBN: 978-3-89967-600-6).
Gezielte, individuelle
Ernährungsintervention sei heute nicht
Stillen eines Grundbedürfnisses, sondern
integraler Bestandteil der ärztlichen
Therapie und Prävention und neben dem
nachgewiesenen medizinischen-klinischen
Nutzen für Patienten Teil der klinikinternen
Einsparmaßnahmen für vermeidbare budgetäre
Belastungen.
Grundlage bei der Umsetzung
ernährungsmedizinischer Therapiestrategien
ist ein etabliertes sechsstufiges
Behandlungsmodell:
1. Stufe Evaluation und konsequente
Therapie der individuellen Ursachen
2. Stufe Ernährungsmodifikation, -beratung,
intensivierte Betreuung, individuelle Wunschkost,
etablierte Allgemeinmaßnahmen, Einsatz von
Hilfsmitteln
3. Stufe Anreicherung der Nahrung (z.B.
Maltodextrin, Eiweißkonzentrate)
4. Stufe Trink-, Zusatznahrung (Getränke,
Suppen, Joghurt etc.)
5. Stufe Supportive künstliche enterale
Ernährung (PEG/PEJ-Sonde)
6. Stufe Supportive künstliche parenterale
Ernährung (z.B. zentralvenöse Dauerkatheter)
Eine adäquate Umsetzung des Stufenmodells ist zum
Beispiel durch die Einrichtung von Ernährungsteams
und ein modernes Management der Essensversorgung im
Krankenhaus möglich. "Im Roten Kreuz Krankenhaus
Kassel bietet der Caterer im Rahmen der normalen
Verköstigung auf ärztliche Anordnung zum Beispiel
eine spezielle Menülinie sowie zwölf verschiedene,
frisch hergestellte, energiereiche Shakes als
individuelle Zwischenmahlzeit für Patienten mit
Mangelernährung an," sagt Prof. Löser. Unter
zusätzlicher Verwendung von zugemischten
Proteinextrakten oder Maltodextrin ist es so
möglich, in einem täglich frisch zubereiteten Shake
oder einer Suppe jeweils 300 bis 500 Kalorien pro
Portion zusätzlich in geschmacklich variabler und
hoch attraktiver Form den mangelernährten Patienten
anzubieten.
Detaillierte Informationen gibt der Artikel von
Prof. Dr. med. Christian Löser im Buch
"Krankheitsbedingte Mangelernährung - eine
Herausforderung für unser Gesundheitswesen?",
Pabst-Verlag, S. 209 bis 221.
Quelle:
http://idw-online.de/pages/de/news353565
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