7. Januar 2009
 

Neurodermitis: Mangelernährung kann die Krankheit verstärken

 

Immer wieder erhalten Eltern von Neurodermitis-Kindern pauschale Diätempfehlungen mit verlockender Wirksamkeitsprognose. Doch oft liegt der einzige Effekt der Nahrungsumstellung in "schwersten Mangelzuständen und bedrohlichen Krisen", warnt der Kinderarzt Dr. Rüdiger Szczepanski (Osnabrück) in seinem Ratgeber-Buch "Neurodermitis - das juckt uns nicht!"

"Je jünger ein Kind ist, desto gefährlicher sind derartige Empfehlungen. Ungezielte Nahrungsempfehlungen für das Säuglingsalter, wie die so genannte Vollwertkost, können eventuell neue Allergien herbeiführen. Gerade im ersten Lebensjahr werden die Fremdeiweiße (aus Nahrungsmitteln) weniger gut verdaut über die Darmschleimhaut aufgenommen als im späteren Leben. Eine normale Beikost ist wie bei allen anderen Babys ab dem fünften Lebensmonat möglich.

Das häufig empfohlene Meiden von Fleisch ist nur in wirklich nachgewiesenen, extrem seltenen Fällen einer Fleischallergie notwendig." Eindringlich warnt der Kinderarzt: "Jede diätetische Empfehlung muss von einer sorgfältigen Ernährungs-/ Diätberatung begleitet werden, um einen Ausgleich für diejenigen Nahrungsmittel zu berücksichtigen, die in der jeweiligen Diät fehlen."

Das reichhaltig bebilderte Ratgeber-Buch aus der Kinderklinik Osnabrück besteht aus zwei Teilen: Der erste richtet sich an betroffene Kinder, der zweite an die Eltern.
 

Rüdiger Szczepanski, Maria Schon, Thomas Lob-Corzilius:
Neurodermitis - das juckt uns nicht

Pabst, Lengerich/Berlin, 200 farbige Seiten, ISBN 978-3-89967-544-3

   

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