2. Januar 2010
 

Patienten vor und während der Operation häufig unterkühlt: Vorwärmung steigert den Komfort und reduziert die Kosten

   

Bereits deutlich vor der Narkoseeinleitung sollten Patienten "vorgewärmt" werden, um eine Unterkühlung zu vermeiden. Dies dient nicht nur dem Komfort des Kranken, sondern vermindert auch die Liegezeit und Behandlungskosten in der Intensivstation, betont Dr. A. Bräuer (Universitätsklinik Göttingen) in Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung.

"Die vor Narkoseeinleitung gemessenen Körperkerntemperaturen liegen im Median bei 36,4 Grad und damit häufig niedriger als angenommen. Nach Narkoseeinleitung kommt es zu einer Phase des schnellen Abfalls der Körperkerntemperatur durch Wärmeumverteilung aus dem Körperkern in die Peripherie. Dadurch sind sehr viele Patienten schon vor Beginn des Eingriffs und längere Zeit während der Operation unterkühlt. Die alleinige intraoperative Wärmetherapie läuft diesen Veränderungen hinterher und ist daher häufig nicht ausreichend.

Auch heute führt perioperative Hypothermie immer wieder zu teuren ungeplanten Aufnahmen auf die Intensivstation. Die logische Konsequenz ist die zusätzliche Vorwärmung des Patienten 30 bis 60 Minuten vor der Narkoseeinleitung. Dadurch steigt der Wärmegehalt der Extremitäten, und der Abfall der Körperkerntemperatur wird reduziert."
 

Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung 3/4-2009

   

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