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  01.10.2008
Traumatherapie: das Misstrauen der Patienten akzeptieren
  Menschen mit Traumaerfahrungen sind häufig nicht in der Lage, Vertrauen aufzubauen. Das Misstrauen sollte in der therapeutischen Beziehung offen akzeptiert werden. Auf dieser Basis sind Behandlungsschritte möglich, die bei der Forderung von Vertrauen nicht umsetzbar wären, berichtet Diplom-Psychologin Claudia Fliß (Bremen) im neu veröffentlichten "Handbuch Trauma und Dissoziation".

"Die Akzeptanz des Misstrauens erleben traumatisierte Menschen als Respekt vor ihrer Verletzung und Angst, der Ihnen Zeit und Raum gibt, sich zu öffnen und das Misstrauen auf eine reale Angemessenheit in der therapeutischen Situation zu überprüfen.

Um dieser Überprüfung Stand halten zu können, muss die Therapeutin möglichst authentisch sein. Fehler und Unzulänglichkeiten der Therapeutin werden von den übersensiblen traumatisierten Menschen ohnehin identifiziert und können eher akzeptiert werden, wenn die Therapeutin sich dazu bekennt. Authentizität vermittelt traumatisierten Menschen Sicherheit, die sie wenig oder gar nicht kennen. Es kann hilfreich sein, der Klientin Fragen zu erlauben, mit denen sie die Einstellungen und Haltungen der Therapeutin erfassen und bewerten kann. ..."

"Traumatisierende Erfahrungen ermöglichen es den Menschen in der Regel nicht, ausreichende körperliche und emotionale Grenzen aufzubauen. Die Auswirkungen spiegeln sich in allen zwischenmenschlichen Kontakten - und somit auch in der therapeutischen Beziehung. Der Umgang mit Grenzen muss in der Behandlung geklärt werden ..."

Das Handbuch wurde von 20 PraktikerInnen geschrieben, die seit Jahren mit TraumapatientInnen arbeiten und ihre reflektierten Erfahrungen authentisch weitergeben.


Claudia Fliß, Claudia Igney (Hrsg.): 
Handbuch Trauma und Dissoziation
Interdisziplinäre Kooperation für komplex traumatisierte Menschen

Pabst 2008, 384 Seiten, ISBN 978-3-89967-475-0


   

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