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  16.09.2008
Wirtschaftspsychologie: Inder planen meist kollektivistisch, Deutsche individualistisch
  Inder können relativ viel Unbestimmtheit hinnehmen - ohne das Bedürfnis, einen konkreten Plan zu generieren. Die Toleranz gegenüber Ungewissheit und Dissonanz ist wesentlich stärker ausgeprägt als in Europa, beschreibt Dominik Güss in seiner Studie "Planen und Kultur?" In einem Vergleich zwischen Indern, Brasilianern und Deutschen veranschaulicht der Psychologe, wie stark Planen und Entscheiden von kulturellen Einflüssen geprägt werden.

Bei Indern wie Brasilianern illustriert Güss, wie ausgeprägt soziale Kontexte - v.a. die Familie - das Entscheidungsverhalten bestimmen. In beiden Regionen beeindruckt ein ausgeprägt kollektivistisches Planungsverhalten - im Kontrast zu individualistischen Tendenzen in Europa.

In Brasilien fällt auf, wie sich Betroffene mit extremen wirtschaftlichen Unterschieden abfinden und den Weg zum Gericht scheuen; Oberschicht wie Justiz gelten als unabänderlich einflussreich und korrupt. Versuche, derartige Strukturen zu ändern, bleiben spektakuläre Ausnahmen. In Indien wie in Brasilien überwiegt die Annahme, die Umweltverhältnisse seien auch künftig stabil; in Europa hingegegen wird eher von einer hohen Dynamik ausgegangen.


Literaturhinweis:

Dominik Güss: Planen und Kultur?
Pabst, 348 Seiten, ISBN 978-3-934252-98-1


   

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