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  25.08.2008
Viagra: Günstige Wirkungen bei Koronarer Herzkrankheit
  Bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit bewirkt Sildenafil (Viagra) eine Zunahme der postischämischen Kapillardurchblutung. "Dies zeigt, dass Sildenafil nicht nur zu einer lokalen Relaxation des Corpus cavernosum, sondern auch zu einer Verbesserung der kutanen Mikrozirkulation, also einem systemischen Effekt führt", berichten Prof. Dr. J. W. Park (Hoyerswerda) und Kollegen in einer Studie.

Die Untersuchung zeigt, "dass die bei KHK-Patienten eingeschränkte postischämische reaktive Hyperämie zum Ausgleich einer Sauerstoffschuld durch die einmalige Einnahme von 50 mg Sildenafil akut erheblich um ca. 47% verbessert wird. 

Inwieweit dies nur für die kutane Mikrozirkulation gilt, muss derzeit offen bleiben. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass dies auch für andere Kompartimente gilt, in denen PDE5-Rezeptoren in vergleichbarer Dichte vorhanden sind. Ob dieser Effekt einer Ischämie - ausgelöst durch sexuelle Aktivität - entgegenwirkt, kann nur vermutet werden.

Bei Patienten, die unter einer pulmonalen Hypertonie leiden, ist der positive Effekt von Sildenafil an den Lungengefäßen besonders ausgeprägt. Tierexperimentelle Befunde, Fallberichte und klinische Studien weisen auf eine Wirksamkeit von Sildenafil bei dieser Krankheit hin."

Die Autoren reflektieren Studienergebnisse, die für Sildenafil zeigen:
  • Besserungen bei endothelialer Dysfunktion
  • Erhöhung der koronaren Flussreserve
  • bei koronarer Herzerkrankung unter maximaler körperlicher Belastung eine Zunahme der Belastbarkeit
  • bei Herzinsuffizienz Anstieg der maximalen Sauerstoffaufnahme

Im Tiermodell wurde belegt, dass der kardioprotektive Effekt von Sildenafil das Ausmaß einer ischämischen Herzmuskelschädigung signifikant reduziert.

Die Studie von Park und Kollegen ist im Kompendium "Myokardiale Mikrozirkulation" enthalten - dem Proceedingsband zur 23. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Mikrozirkulation und Hämorheologie.

In einem Übersichtsbeitrag behandeln Dres. B. Leithäuser und F.R. Matthias hier das Thema "Inflammation, Mikrozirkulation und Hämostase: von der Balance zwischen Abwehr und Schädigung des Selbst". Die Autoren resumieren, "dass die Aktivierung des Hämostasesystems eine Entzündungsreaktion einleiten oder verstärken kann, die die Mikrozirkulation involviert und dadurch zu einem Organschaden führt. Physiologische Antikoagulanzien, insbesondere das Antithrombin, sind nicht nur in der Lage, diese entzündliche Gerinnungsaktivierung zu unterdrücken, sondern wirken sehr wahrscheinlich direkt antiinflammatorisch und verbessern damit die Funktion der Mikrozirkulation."


Literaturhinweis:

K. Matschke, M. Knaut, F. Jung (Hrsg.):
Myokardiale Mikrozirkulation

Pabst, 240 Seiten, 978-3-89967-246-6


   

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