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"Die kontinuierliche Anwesenheit der Mutter ist bei Kleinkindern
für die Bildung von Empathie und Urvertrauen notwendig. Die Abwesenheit
kann zu Defiziten führen - u.U. zu späteren kriminellen Entwicklungen.
Die immer häufigere Abwesenheit von Müttern lässt die Kriminalität
seit Jahrzehnten steigen", diagnostiziert der Kölner Psychiater
Professor Dr. Wolfgang de Boor in seinem Sachbuch "Kinderkriminalität".
"Die Urangst des Kleinkindes wird durch die ständige Nähe
der primären Bezugsperson beschwichtigt. So entsteht Urvertrauen."
Es ermöglicht freundliche Empfindungen gegenüber anderen Menschen,
führt zu sozialen Beziehungen und verhindert brutales, aggressives
Verhalten. Als kontinuierliche primäre Bezugsperson sieht de Boor
idealerweise die Mutter; doch kann sie auch durch eine andere Person -
etwa die Großmutter - ersetzt werden.
Die Kinderkrippen-"Kultur" der DDR sieht de Boor äußerst
kritisch: "Frühmorgens wurden Säuglinge und Kleinkinder
aus dem Schlaf gerissen, verpackt und in Säuglingsheimen oder Kinderkrippen
abgeliefert. Abends holte man sie wieder ab. Aber Vater und Mutter waren
erschöpft. Für die Kinder blieben nur Reste an Zeit und Kraft.
Die Folgen der emotionalen Vernachlässigung, als frühkindliche
Deprivation bezeichnet, wurden besonders von Autoren aus den einstmals
sozialistischen Ländern beschrieben."
"Die Mutter leistet mit ihrem Engagement die grundlegende Kriminalprävention.
Weder Krippe, noch Kindergarten, Schule oder andere öffentliche Einrichtungen
sind in der Lage, die Mutter zu ersetzen."
Literaturhinweis:
Wolfgang
de Boor:
Kinderkriminalität, Chancen einer grundlegenden Prävention
Pabst, 126 Seiten, ISBN 978-3-936142-42-6
  
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