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  05.08.2008
Wie Grundschulkinder sich Gott vorstellen: der gütige Beschützer - nicht der angstmachende Richter
 

Wie "sehen" Grundschulkinder Gott? Dr. Johannes Bach (Universität Augsburg) analysierte Gottesbilder in mehreren Schuljahren und beobachtete eine durchgängige Konstante: "Die überwiegend positiven Gesichtsausdrücke weisen auf eine positive Emotionalität hin. Düstere, angstmachende und legalistische Gottesbilder haben an Bedeutung verloren." Meist wird Gott anthropomorph dargestellt - als Mann.

" Die emotionalen Schemata sind im Grundschulalter in den meisten Fällen noch auf einer Stufe des Behüter- und Pflege- Gottes und erreichen nicht die Qualität einer reziproken Beziehung."

Aus seinen Studienergebnissen folgert der Psychologe und Theologe: Der Einfluss der ReligionslehrerInnen scheint geringer zu sein als in der Religionspädagogik gemeinhin angenommen: Die vier Jahre Unterricht mit besonderer Gewichtung der religiösen Symbole erreicht die Kinder kaum, er ist entwicklungspsychologisch verfrüht. "Gleichnisse oder Symbole werden auf konkret-wörtliche Weise meist missverstanden."

"Die Prozesse der religiösen Reifung, der Ausbildung eines eigenen Gottesbildes verlangen Zeit: Hier bestimmt das Kind das Tempo der Transformationsprozesse - nicht der Lehrer oder Erzieher."


Literaturhinweis:

Johannes Bach:
"Ich sehe dich in tausend Bildern" - Die Entwicklung des Gottesbildes im Grundschulalter.
in: B. Rollett, M. Herle, I. Braunschmid (Hrsg.) Eingebettet ins Menschsein: Beispiel Religion
Pabst, 164 Seiten, ISBN 978-3-89967-137-7


   

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