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  02.08.2008
Assessment Center: Zügige Bewertungen sind oft die schlechtesten
 

Nachdem sich die Kandidaten im Assessment Center präsentiert haben, diskutieren und urteilen die Beobachter; diese Phase wird häufig rigoros gekürzt und durch eine schlichte Mehrheitsentscheidung beendet. Daraus resultieren häufig zweitklassige Ergebnisse, kritisiert der prominente Unternehmensberater Rainer Neubauer (München).

"Gerade in der Grauzone guter bis mittlerer Bewerbereignungen sorgt die Mehrheitsentscheidung dafür, dass Teilnehmer nicht mehr mit der notwendigen und erkenntnisfördernden Tiefe diskutiert werden."

Der Diplom-Psychologe plädiert für eine intensive und ggfs. kontroverse Diskussion der Beobachtungsergebnisse - und für einen abschließenden Konsenszwang. Dieser "führt zur differenzierteren Auseinandersetzung mit den Daten, während die Mehrheitsentscheidung die erste vorhandene Beobachtermehrheit zum Schluss der Debatte nutzt und damit wertvolle Informationen ungenutzt lässt, die sich erst aus der Analyse der Widersprüche zwischen den Beobachtern klären."

Entschieden betont Neubauer, "dass die höhere Erkenntnisqualität, die effizientere Nutzung der aufwendig erhobenen Daten und die Förderung einer individuell verantwortlichen Beobachterhaltung für die Konsensentscheidung spricht."

Neubauer und KollegInnen haben ihre Expertise in der Monografie des Assessment-Center e.V. zusammengestellt:

K. Sünderhauf, S. Stumpf, S. Höft (Hrsg.)
Assessment Center - Ein Handbuch von Praktikern für Praktiker

Pabst, 448 Seiten Hardcover, ISBN 978-3-89967-181-0


   

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