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Nachdem sich die Kandidaten im Assessment Center präsentiert
haben, diskutieren und urteilen die Beobachter; diese Phase wird häufig
rigoros gekürzt und durch eine schlichte Mehrheitsentscheidung beendet.
Daraus resultieren häufig zweitklassige Ergebnisse, kritisiert der
prominente Unternehmensberater Rainer Neubauer (München).
"Gerade in der Grauzone guter bis mittlerer Bewerbereignungen sorgt
die Mehrheitsentscheidung dafür, dass Teilnehmer nicht mehr mit der
notwendigen und erkenntnisfördernden Tiefe diskutiert werden."
Der Diplom-Psychologe plädiert für eine intensive und ggfs.
kontroverse Diskussion der Beobachtungsergebnisse - und für einen
abschließenden Konsenszwang. Dieser "führt zur differenzierteren
Auseinandersetzung mit den Daten, während die Mehrheitsentscheidung
die erste vorhandene Beobachtermehrheit zum Schluss der Debatte nutzt
und damit wertvolle Informationen ungenutzt lässt, die sich erst
aus der Analyse der Widersprüche zwischen den Beobachtern klären."
Entschieden betont Neubauer, "dass die höhere Erkenntnisqualität,
die effizientere Nutzung der aufwendig erhobenen Daten und die Förderung
einer individuell verantwortlichen Beobachterhaltung für die Konsensentscheidung
spricht."
Neubauer und KollegInnen haben ihre Expertise in der Monografie des Assessment-Center
e.V. zusammengestellt:
K.
Sünderhauf, S. Stumpf, S. Höft (Hrsg.)
Assessment Center - Ein Handbuch von Praktikern für Praktiker
Pabst, 448 Seiten Hardcover, ISBN 978-3-89967-181-0
  
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