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Folter politischer Gefangener in der Türkei: Die Traumata
wirken psychisch und physisch lebenslang, auch nach der Flucht in westeuropäisches
Ausland. Emilio Modena, Psychotherapeut in Zürich, hat fünf
Betroffene über lange Zeit betreut - bis zu ihrer Berentung. Unter
dem Titel "Invalidisierung der Revolutionäre" zeichnet
er die Analyse sozial hoch engagierter - und am Ende scheiternder Patienten
nach.
Modena beobachtet bei den fünf Asylanten eine "pathognomische
Hemmung der egoistischen Anteile der Aggression. Dagegen wird auf der
Grundlage des gesellschaftskritischen Wissens die Aggression gegen die
feindlichen Exponenten des Unrechtssystems ohne weiteres freigesetzt und
steigert sich regelmäßig in revolutionären Situationen
bis zur Gewaltbereitschaft."
Modena vermutet, dass die reale politische Niederlage einen Verlust der
Ideologie sowie der intensiven Kampfgemeinschaft bedeutet - und damit
"die Wendung der Aggression gegen das eigene Selbst zur Folge hat.
Die Hemmung der Aggression nach außen setzt aber nicht nur den depressiven
oder gar masochistischen Mechanismus der Selbstbestrafung in Gang, sondern
blockiert zusätzlich auch den Weg der früheren kontraphobischen
Angstbewältigung." Damit ist ein langfristig selbstzerstörerischer
Leidensweg vorprogrammiert .....
Literaturhinweis:
Emilio
Modena:
Politisches Asyl - zur Invalidisierung der Revolutionäre
in: Psychoanalyse
2/2007, S. 283-293
  
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