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  19.07.2008
Folter in der Türkei: lebenslange Leiden der Opfer im westeuropäischen Asyl
 

Folter politischer Gefangener in der Türkei: Die Traumata wirken psychisch und physisch lebenslang, auch nach der Flucht in westeuropäisches Ausland. Emilio Modena, Psychotherapeut in Zürich, hat fünf Betroffene über lange Zeit betreut - bis zu ihrer Berentung. Unter dem Titel "Invalidisierung der Revolutionäre" zeichnet er die Analyse sozial hoch engagierter - und am Ende scheiternder Patienten nach.

Modena beobachtet bei den fünf Asylanten eine "pathognomische Hemmung der egoistischen Anteile der Aggression. Dagegen wird auf der Grundlage des gesellschaftskritischen Wissens die Aggression gegen die feindlichen Exponenten des Unrechtssystems ohne weiteres freigesetzt und steigert sich regelmäßig in revolutionären Situationen bis zur Gewaltbereitschaft."

Modena vermutet, dass die reale politische Niederlage einen Verlust der Ideologie sowie der intensiven Kampfgemeinschaft bedeutet - und damit "die Wendung der Aggression gegen das eigene Selbst zur Folge hat.

Die Hemmung der Aggression nach außen setzt aber nicht nur den depressiven oder gar masochistischen Mechanismus der Selbstbestrafung in Gang, sondern blockiert zusätzlich auch den Weg der früheren kontraphobischen Angstbewältigung." Damit ist ein langfristig selbstzerstörerischer Leidensweg vorprogrammiert .....


Literaturhinweis:

Emilio Modena:
Politisches Asyl - zur Invalidisierung der Revolutionäre
in: Psychoanalyse 2/2007, S. 283-293


   

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