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  11.07.2008
Wirtschaftspsychologie: Weibliche Führungskräfte im Akzeptanzkonflikt
  Weibliche Führungskräfte arbeiten häufig im Zwiespalt: Von ihnen wird eine maskulin geprägte Dominanz erwartet - und gleichzeitig eine feminine Freundlichkeit. Für Männer in Leitungspositionen ist die Situation einfacher: Status- und Geschlechtsrolle stimmen miteinander überein. Die Professoren Dr. Ursula Athenstaedt und Dr. Gerold Mikula (Graz) berichten über die Problematik in der Fachzeitschrift "Wirtschaftspsychologie".

Die Wissenschaftler verglichen in einer Studie Frauen und Männer, die unerfreuliche Entscheidungen fällen und den Betroffenen mitteilen mussten. Ergebnis: Verhielten sich weibliche Chefs dabei relativ sachlich und ohne erkennbare Empathie, wurde die Entscheidung tendenziell als unfair und die Führungskraft aversiv empfunden. Bei männlichen Chefs hingegen wurde das gleiche Verhalten als annähernd adäquat akzeptiert. Das heißt: Der Rollenkonflikt erschwert der weiblichen Führungskraft, in kritischen Situationen akzeptiert zu werden. 

Leitungspersönlichkeiten bedürfen zunehmend der Akzeptanz in ihrer Umgebung, beobachten Dr. Bernhard Streicher und Kollegen (Salzburg) in einer Studie. "MitarbeiterInnen machen ihr Vertrauen gegenüber der Organisation gerade auch an alltäglichen Beobachtungen fest. So ist gerade Fairness der Führungskräfte für die affektiv positive Gestaltung der Führungskraft-Mitarbeiter-Beziehung zentral." Die Qualität dieser Beziehung wird umso wichtiger, je problematischer und krisenanfälliger der Arbeitsalltag ist: ein Stabilisator für Stimmung und Produktivität. 

Die Beiträge sind enthalten in
Gabriele Jacobs, Claudia Dalbert (Hrsg.): "Gerechtigkeit in Organisationen"
Wirtschaftspsychologie Nr. 2/2008, Pabst Science Publishers


   

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