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| 07.07.2008 GleichMut, Lyrikband von Christoph Katz: "Wer sich hier nicht berühren lässt, hat keine Seele" |
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Dichten und Therapieren sind kompatible Welten. Dr. Christoph Katz, Gynäkologe und Psychotherapeut, belegt es mit seinem neuen Gedichtband "GleichMut". Die Texte aus der Klinik sind die besten, urteilt Miriam Salomon in ihrer Rezension: "szenisch eng, prägnant, dicht, nachvollziehbar. Wer sich hier nicht berühren lässt, hat keine Seele." Die ersten Rezensionen im Wortlaut: „Ein verbales Stelenfeld“ Eigentlich sei das Lesen von Gedichten in der heutigen Zeit „etwas ganz Überkommenes“, sagt der Autor. Und doch hat Dr. Christoph Katz genau diese literarische Form gewählt, um Eindrücke von Begegnungen – beruflichen wie privaten – wiederzugeben. „Ich habe Spaß daran, Gedichte zu schreiben“, sagt der Chefarzt der Gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung des Maria-Josef-Hospitals. „Das ist eine ganz alte Liebe von mir.“ Eine, die er vor rund 30 Jahren entdeckte und seitdem pflegt, so gut es die knappe Zeit zulässt. Die „besten“ aus mehreren Hundert Gedichten hat Katz nun auswählen müssen. Besser gesagt auswählen dürfen, denn der Lengericher Pabst-Verlag machte ihm ein Angebot, dass Katz nicht ablehnen konnte: ein eigener Gedicht-Band. „Ich habe nie viel Zeit dafür gehabt. Aber ein Buch-Projekt fände ich schon schön“, gestand der Mediziner dem Verleger, die sich über private Kontakte kennengelernt hatten. Gesagt, getan: Sechs Monate lang suchte Katz aus, tippte manches handschriftlich verfasste Gedicht – teilweise über 20 Jahre alt – neu ab, überarbeitete bei dieser Gelegenheit einige Werke, feilte hier, überlegte dort. Bis schließlich ein gut hundertseitiges Büchlein herausgekommen ist, das in acht Kapiteln Lyrik ganz unterschiedlichen Ursprungs vereint. Mal sind es die sehr dichten beruflichen Begegnungen mit schwer kranken Patientinnen, die Katz auf diese Weise verarbeitet. Mal die unbeschwerte Freude an der Entwicklung der eigenen Kinder, mal Alltagsbeobachtungen, Landschaften, Menschen – alles was das Leben und das Miteinander ausmacht. Viele Gedichte, räumt Katz ein, drehen sich um kritische Lebenssituationen, thematisieren Abschied, Tod und Trauer. „Die Phase der Trauer sollte einen Wert bekommen“, sagt der Gynäkologe und Psychotherapeut. „Mein Bemühen um eine Reimform ist eine Wertschätzung dieses Abschnittes. Eine Würdigung menschlicher Begegnungen. Wenn sie so wollen ein verbales Stelenfeld.“ Doch auch pure Lebensfreude vermittelnde Lyrik findet sich in dem Band, dokumentiert vor allem in Beschreibungen reizvoller Urlaubs-Landschaften. Und auch Katz’ Töchter-Quartett inspirierte ihn zum Reimen: „An denen habe ich ganz viele Freude und für sie habe ich auch Gedichte geschrieben.“ Für ihn ist das Schreiben ein „Klarwerden über ein Phänomen“. Genau wie das Verfassen von Liedern oder das Malen. Auch dies seien Wege, um Momente, Erkenntnisse, Situationen einzufangen. Immer wieder kommt es vor, dass Katz nach einer Begegnung, die ihn persönlich berührt hat, sofort weiß, dass dies in ein Gedicht münden wird. „Ich schreibe, wo ich bin. Wenn ich nachts um drei Uhr aufwache und einen guten Gedanken habe, stehe ich auf und schreibe ihn nieder.“ Schreiben als Ausgleich zum Beruf, der sehr fordert? „Ja klar. Das macht auch den Alltag leichter. Ein ganzheitliches Leben umfasst auch immer die Kunst“, findet Katz. „Für mich ist das ein Weiterdrehen von Erlebnissen, die dadurch Bestand und Wert bekommen.“ Weshalb Katz die Lyrik schon früh für sich entdeckt hat. Veröffentlichungen hat es auch schon gegeben, das Buch „gleichMUT“ jedoch ist eine Premiere. „In einem eigenen Buch zu lesen ist schon etwas besonderes. Eine narzisstische Streicheleinheit.“ Nicht nur deshalb ist Katz seinem Verleger dankbar für diese Chance. „Lyrik ist ja in der Regel ein Flopp“, gibt sich Katz realistisch. Und noch einen Zweck erfüllt das Dichten für Katz, der häufig mit Patientinnen zu tun hat, für die viel auf dem Spiel steht, die sich ihm offenbaren. „Ich gebe in den Gedichten auch eine Menge von mir preis.“ Quelle: http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/kreis_steinfurt/greven/Ein_verbales_Stelenfeld.html
"Stenogramm eines Gefühls" Zum Buch: Katz, C.: gleichMUT – Gedichte |
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