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  05.07.2008
Alkoholiker am Arbeitsplatz: viele Unfälle, wenig Leistung, selten Therapie
  Alkoholkranke fehlen etwa 16mal häufiger am Arbeitsplatz als Gesunde. Die Unfallhäufigkeit ist verdrei- bis verfünffacht. Dennoch nehmen nur etwa zehn Prozent der Betroffenen therapeutische Hilfe in Anspruch. Daher sollten Vorgesetzte und andere Verantwortliche verstärkt auf die Problematik achten und eine Rehabilitation anstreben, fordern Privatdozent Dr. Stephan Mühlig (Berlin) und Prof. Dr. Jürgen Hoyer (Dresden).

Fünf Prozent aller Beschäftigten sind alkoholabhängig, weitere zehn gefährdet. Die reale Arbeitsleistung sinkt auf 90% bis 75%. Neben dem betriebswirtschaftlichen Schaden und dem höheren Unfallrisiko leidet meist auch das kollegiale Klima.

Mühlig und Hoyer listen die wichtigsten Frühzeichen eines verheimlichten Alkoholproblems auf:
  • häufige Fehltage (Kurzerkrankungen ohne ärztlichen Nachweis)
  • häufiges Entfernen vom Arbeitsplatz, vorgezogenes Arbeitsende, Überziehen der Pausen, unregelmäßiger Arbeitsbeginn
  • eingeschränkte und schwankende Arbeitsleistung
  • Fehler, Versäumnisse
  • Desorganisation, Abschottung der Arbeit gegen Einblicke von außen
  • Duftstoffe, die die Alkoholfahne kaschieren sollen (Rasierwasser, Parfum, Mundsprays, Bonbons, Kaugummis)
  • unsicherer oder überkontrollierter Gang
  • ungepflegtes oder extrem gestyltes Erscheinungsbild
  • häufige Schweißausbrüche, ständiges Lüften, ausgeprägte Müdigkeit
  • impulsive Aggressivitätsausbrüche aus nichtigen Anlässen, Überempfindlichkeit
  • auffälliger sozialer Rückzug oder exzessive Geselligkeit

Literaturhinweis:

Stephan Mühlig & Jürgen Hoyer:
Sekundäre Prävention psychischer Störungen am Arbeitsplatz: Wie ist problematischem Alkohol- und Drogenkonsum entgegenzuwirken?
in: Peter G. Richter, Renate Rau, Susann Mühlpfordt (Hrsg.): Arbeit und Gesundheit
Pabst, 420 Seiten, ISBN 978-3-89967-397-5 


   

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