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Aktuelles |
| 04.07.2008 Depression: Medikamente überschätzt, Psychotherapie zu kurz, Chronifizierung häufig |
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Wer langfristig depressive Patienten behandelt, kennt die "Schwierigkeiten, derartige Verläufe akzeptieren zu können und trotzdem nicht in Resignation zu verfallen. Wie oft ertappt man sich dabei, dass man dem Patienten in seiner depressiven Hoffnungslosigkeit zustimmt, wie oft bejaht man Trennungsfantasien von Partnern ..." Vor dem Hintergrund derartiger eigener Erfahrungen haben Prof. Dr. Manfred Wolfersdorf und Dr. Andrea Heindl ihren psychotherapeutischen Erfahrungsbericht geschrieben: "Chronische Depression, Grundlagen, Erfahrungen, Empfehlungen". Zahl und Qualität der Antidepressiva sind während der letzten Jahre gewachsen. Die Publikation günstiger Arzneimittelstudien machte reichlich Stimmung. Ungünstige Studienergebnisse blieben meist unveröffentlicht, berichtet das New England Journal of Medicine (www.pabst-publishers.com/aktuelles/131.htm "Aufgehellte Studienselektion"). Der Wert der pharmakologischen Depressionstherapie wurde damit überschätzt. Wolfersdorf und Heindl: "Die Behandlung akuter depressiver Erkrankungen ist heute anspruchsvoll, aber sie gelingt. Doch bei jedem depressiv kranken Menschen müssen wir uns bereits Gedanken machen, wie wir Chronifizierung bzw. die nächste depressive Episode verhindern können." Die Therapeuten realisieren: "Vor dem Hintergrund heutigen Wissens um Chronifizierung der Depression sind angedachte Therapiezeiten von 20 bis 30 Stunden über ein halbes bis ein Jahr ein Tropfen auf den heißen Stein. Therapieziel kann nicht allein Symptomreduktion und Verhaltensänderung sein, sondern muss das Lebensfeld (Beziehung, Arbeit, Wohnen) einbeziehen, sich also an einer Langzeitperspektive orientieren." Literaturhinweis: Manfred Wolfersdorf, Andrea Heindl: |
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