Aktuelles

   
  01.07.2008
Wirtschaftspsychologie: Unternehmen mit einer gerechten Personalführung sind wirtschaftlich erfolgreich
  Arbeitnehmer in Deutschland sehen in ihren Betrieben ein hohes Maß an formal-prozeduraler Gerechtigkeit; auch Frauen, Migranten und Ältere fühlen sich kaum benachteiligt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie, über die Professor Dr. Lorenz Fischer und Kollegen in der aktuellen Ausgabe "Wirtschaftspsychologie" berichten.

Allerdings ergab die Frage nach dem Arbeitsstress ein kritischeres Bild: "Die Arbeitsintensivierung ist in den letzten Jahren nicht spurlos an den Beschäftigten vorübergegangen; über 60% bejahen einen deutlichen Anstieg der subjektiven Belastung." V.a. in dieser Gruppe fällt das Urteil über die Einkommenshöhe (= distributive Gerechtigkeit) weniger günstig aus.

Die Studie zeigt, dass ein teilweise leistungsabhängiges Einkommen tendenziell das Gerechtigkeitsempfinden zufriedenstellen kann. Allerdings wird dieser Effekt nicht gesehen, wenn Beschäftigte auch Miteigentümer ihres Betriebs sind. 

Die Untersuchung zeigte nur einen geringen Zusammenhang zwischen empfundener Ungerechtigkeit einerseits und Abwesenheit vom Arbeitsplatz bzw. Kündigungen anderseits. Allerdings ist der positive Zusammenhang zwischen erfreulichem Gerechtigkeitsempfinden und gutem Unternehmenserfolg deutlich zu beziffern. 

Literaturhinweis:

L. Fischer, G. Jacobs, F. Hauser:
"Gerechtigkeitsempfinden in deutschen Organisationen"
in: Wirtschaftspsychologie II/2008, "Gerechtigkeit in Organisationen",
herausgegeben von Gabriele Jacobs und Claudia Dalbert


   

PABST SCIENCE PUBLISHERS
Eichengrund 28
D-49525 Lengerich
eMail: pabst.publishers@t-online.de