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  12.06.2008
Schattenwirtschaft: Geringe Qualität staatlicher Institutionen motiviert zur Schwarzarbeit
  Neben den Abgabenbelastungen und Arbeitsmarktregulierungen motiviert ein dritter Faktor zur Schwarzarbeit - das negative Image staatlicher Institutionen; bei einem internationalen Qualitätsvergleich liegt Deutschland im Mittelfeld; in Italien und Griechenland zeigt das Staatssystem das ungünstigste Bild und die Schattenwirtschaft das höchste Ausmaß; in der Schweiz genießt die Staatsadministration das höchste Ansehen, und der Anteil an Schwarzarbeit ist gering, berichtet Dr. Dominik Enste (Institut der Deutschen Wirtschaft), Köln.

"Grundsätzlich zeigt sich, dass die Menschen den Weg in die Schattenwirtschaft weniger oft wählen, sobald sie sehen, dass der Staat die Steuergelder nicht verschwendet. Je besser die staatlichen Institutionen arbeiten und je positiver die Einstellung gegenüber dem Staat ist, desto eher ist die Bevölkerung bereit, für die staatlichen Aufgaben und die potenziellen staatlichen Gegenleistungen Steuern und Abgaben zu bezahlen."

Knapp 7% des Bruttosozialprodukts werden in Deutschland per Schwarzarbeit erwirtschaftet - knapp 150 Milliarden Euro pro Jahr. Mit massiven Strafverschärfungen, wachsendem Personaleinsatz und Milliarden-Kosten bekämpft der Staat die Schwarzarbeit repressiv. Die Ergebnisse wertet Enste als "wenig erfolgreich". 

Er empfiehlt dringend, an den Ursachen anzusetzen und einen "institutionellen Wandel zu gestalten, statt ihn zu verhindern. Die Verbesserung und akzeptanzorientierte Weiterentwicklung der formellen Institutionen ist unumgänglich, sofern der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht gefährdet und massivere Umbrüche vermieden werden sollen."

Literaturhinweis:

D. H. Enste: Deviantes Verhalten und institutioneller Wandel
in: Wirtschaftspsychologie 4/07, S. 99-115


   

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