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  27.05.2008
Japan: Mehr Empathie der Mütter, weniger Aggression der Kinder
  Die original-japanisches Lebensgefühl unterscheidet sich deutlich vom westeuropäischen Mainstream: Die ostasiatische Kultur reflektiert den Menschen als harmonischen, integralen Teil der Natur. Im europäischen Denken dominiert ein Anthropozentrismus am Rand einer gefallenen Natur. Ethik tendiert in Japan zu Loyalität, Nähe, Harmonie, in Westeuropa zu Individualismus, Vermittlung und Wandel, charakterisiert Prof. Dr. Helmut Loiskandl (Tokiwa University, Japan).

Entsprechende Unterschiede im Mutter-Kind-Verhältnis beobachtete PD Dr. Wolfgang Friedlmeier (Universität Konstanz): Japanerinnen leben in einer intensiven, abhängigen Nähe zu ihren Kindern und orientieren sich in ihrem Verhalten situationsbezogen an deren Bedürfnissen. Deutsche Mütter betrachten ihre Kinder eher als eigenständige Individuen und reagieren auf sie unabhängig von ihren Wünschen. Prof. Dr. Hans-Joachim Kornadt (Universität Saarbrücken) beobachtete in einer Vergleichsstudie eine wesentliche Folge der ausgeprägten mütterlichen Empathie: Die Aggressionspotentiale bewegen sich in engem Rahmen .....

Allerdings befindet sich auch Japan in einem sozialen Wandel, dessen Richtung die Sozialpsychologen vorerst nur hypothetisch andeuten können.

Literaturhinweis:

G. Trommsdorff, W. Friedlmeier, H.J. Kornadt (Eds.):
Japan in Transition – Social and Psychological Aspects

Pabst, 978-3-933151-24-7, 284 pages


   

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