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25. Jahrgang - Heft 1/2004
Fordern und Fördern – Überlegungen
zur psychologischen Behandlung süchtiger Frauen im Gefängnis Zusammenfassung. Im folgenden Artikel befassen wir uns mit klinisch-psychologischen Behandlungsmodellen bei süchtigen inhaftierten Frauen unter besonderer Berücksichtigung von kognitiv und verhaltenstherapeutisch orientierten Ansätzen nach Beck, Wright, Newman und Liese (1997). Die Autoren gehen von einem kognitiven Modell der Sucht aus, in dem den Betroffenen durch die Vermittlung von an die Verhaltenstherapie angelehnten Techniken der Zusammenhang zwischen emotionaler Belastung und der Einnahme von Suchtmitteln verdeutlicht werden soll. Das Ziel besteht in der Reduktion des Dranges nach dem Suchtmittelkonsum und der Stärkung der Kontrolle über das eigene Verhalten. Besonderes Augenmerk legen wir auf die Entwicklung von Strategien zur Rückfallprophylaxe. Des Weiteren beschäftigen wir uns mit den Besonderheiten, die sich durch das System Strafvollzug für Insassinnen und Behandlerinnen ergeben. Daran anschließend gehen wir auf das Behandlungskonzept für drogenabhängige Straftäterinnen der Justizanstalt Favoriten ein. Wir versuchen dabei frauenspezifische bzw. feministische Ansätze in der Drogenarbeit mit den Theorien von Beck und Mitarbeitern (1997) zu verknüpfen. In der Arbeit mit süchtigen Frauen erscheint es uns wichtig, die meist sehr dramatischen Lebensverläufe nicht nur als ihr individuelles Problem zu betrachten, sondern auch gemeinsam mit ihnen den gesellschaftlichen Hintergrund der Ungleichbehandlung von Männern und Frauen zu reflektieren. Wir betrachten die Insassinnen als Expertinnen ihrer Lebenswelten, Verantwortlichkeit und Selbständigkeit sollen weitgehend erhalten bzw. gefördert werden. Die Freude an der persönlichen Entwicklung und die Erfahrung von Eigenverantwortlichkeit und Autonomie kann als ein wesentlicher Ausstiegsfaktor aus der Drogensucht von Frauen benannt werden. Schlüsselwörter: Drogenabhängigkeit,
frauenspezifische Behandlung im Gefängnis, kognitive Therapie der Sucht Abstract. The following article deals with clinical-psychological models of treatment concerning addicted imprisoned women with special emphasis on cognitive and behavioral-therapeutically oriented approaches according to Beck, Wright, Newman and Liese (1997). Basically, the authors assume a cognitive model of addiction. Their aim is a reduction of craving for drugs and – at the same time – a strengthening of control over the own behavior. We especially consider the developing of strategies for avoiding relapses. Furthermore, we deal with particularities caused by the penal system and their effects on female inmates and the psychological personell. Moreover, we describe the concept of treatment for drug-addicted female offenders in "Justizanstalt Wien Favoriten". We try to connect women-specific and feminist approaches towards treatment of addiction with the theories of Beck and colleagues (1997). When working with women it seems important to us to see their often dramatic biographies not only as their individual problem but also in context with their discrimination as women in society. Responsibility and autonomy should be maintained as far as possible resp. encouraged. Satisfaction about their personal development and experience of independence can be regarded as essential factors when talking about women maturing out of drug-addiction. Key Words: Drug addiction, women-specific treatment in prison, cognitive therapy of addiction
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