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24. Jahrgang - Heft 2/2003
Projekt "Zukunft Familie" Zusammenfassung. In einer breit angelegten präventiven Längsschnittstudie wird das Triple P – Gruppenprogramm als universelle Präventionsmaßname für kindliche Verhaltensprobleme evaluiert. Die Rekrutierungsraten in universellen Präventionsstudien sind in der Regel auffallend gering. Daraus ergeben sich sowohl Schwierigkeiten für die Generalisierbarkeit der Ergebnisse als auch für den Nachweis der Wirkung einer Präventionsmaßnahme. Der vorliegende Artikel berichtet über Implementierungsprobleme, erklärt die Stichprobengewinnung und untersucht, wovon die Teilnahme an einem Forschungsprojekt mit Familien abhängen kann. Das angestrebte Rekrutierungsziel sind 450 Familien mit Kindern im Alter zwischen 3 und 6 Jahren aus städtischen Kindertagesstätten in Braunschweig. In einer ersten Rekrutierungswelle konnten 142 Familien für die Teilnahme an der Studie gewonnen werden. Das entspricht einer Rekrutierungsrate von ca. 30%, die in Abhängigkeit von der Sozialstruktur des Einzugsgebietes der Kindertagesstätte variiert. Dabei zeigt sich, je größer die soziale Benachteiligung in einem Einzugsgebiet ist, desto geringer ist die Rekrutierungsrate. Teilnehmende Eltern sind älter, erhalten seltener staatliche finanzielle Unterstützung und haben einen höheren sozialen Status als nicht teilnehmende Eltern. Weitere Ergebnisse zeigten, dass Familien, die eine Teilnahme am Projekt ablehnen, meist einen Eingriff in ihr Privatleben befürchteten (z.B. gefilmt zu werden, zu Hause besucht zu werden). Im Gegensatz zur insgesamt niedrigen Rekrutierungsrate für die Studie war die Bereitschaft zur Teilnahme an der Präventionsmaßnahme mit 76% höher als erwartet. Abschließend wird diskutiert, wie in zukünftigen Präventionsstudien den genannten Problemen wirkungsvoll begegnet werden kann. Schlüsselwörter: Rekrutierung, Implementation,
Teilnahme, Prävention Project "The future of the familiy" First results of the recruitment Abstract. In a large longitudinal prevention study, the Triple P-group program is evaluated as a universal prevention program for child behaviour problems. The recruitment rates in universal prevention studies are noticeably low. This produces difficulties for the generalizability of results as well as for testing the efficacy. The present article reports on implementation problems, explains the recruitment of the sample and analyzes upon what factors the participation in a research project may depend. The aimed recruitment goal is 450 families with children between the ages 3 to 6 years from city-funded preschools in Braunschweig. In a first recruitment wave, 142 families were recruited for participating in the study. This corresponds to a recruitment rate of about 30% which varies dependent on the social structure of the preschool’s neighbourhood. At the same time, it turned out that the larger the social adversity in a catchment area is the lower is the recruitment rate. Participating families are older, receive more rarely financial support from the state and have a higher social status than non-participating parents. Further results demonstrate that families who declined a participation in the project, were afraid of an invasion of privacy (e.g., to be videotaped, to be visited at home). In contrast to the low recruitment rate for the study, the willingness to participate in a prevention program of 76% was higher than expected. Finally, it is discussed how one may efficaciously face recruitment obstacles in future prevention studies. Key words: recruitment, implementation, participation, prevention Dr. Heike Bertram
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